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Die formale Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten

By Lauren Perkins,2014-06-01 16:25
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Die formale Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten

    Die formale Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten

    für das

    Studium Internationale Entwicklung

    (Amerikanische Zitierweise)

    Version 2.0 (März 2009)

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung ......................................................................................................................3

    Wie muss eine wissenschaftliche Arbeit aussehen? .............................................................4

    1. Layout ...............................................................................................................................4

    2. Sprachliche Korrektheit ...................................................................................................4

    3. Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit ...................................................................4

    3.1 Titelblatt ...................................................................................................................4

    3.2 Inhaltsverzeichnis .....................................................................................................4

    3.3 Einleitung .................................................................................................................5

    3.4 Hauptteil ...................................................................................................................5

    3.5 Schlusskapitel ...........................................................................................................5

    3.6 Bibliographie ............................................................................................................5

    4. Zitate und Quellenangaben ..............................................................................................5

    4.1 Zitieren im Text ........................................................................................................7

    4.1.1 Die Form der Quellennachweise .............................................................................7

    4.1.2 Wörtliches Zitat .....................................................................................................8

    4.1.3 Inhaltliches Zitat (Paraphrase) .............................................................................. 10

    4.1.4 Layout der Zitate .................................................................................................. 10

    4.1.5 Wohin mit dem Quellennachweis? ....................................................................... 10

    4.2 Literaturangaben in der Bibliographie ..................................................................... 11

    4.2.1 Selbständige bibliographische Einheiten Monographien (BÜCHER) ................. 11

    ? 1 VerfasserIn .......................................................................................................... 12

    ? Hochschulschriften (Diplomarbeiten, Dissertationen) ............................................. 13

    ? mehr als 1 VerfasserIn ............................................................................................ 13

    ? wenn eine Organisation als „Autor“ fungiert ........................................................... 13

    4.2.2 Unselbständige bibliographische Einheiten (AUFSÄTZE) ................................... 13

    ? Aufsätze in Sammelwerken, Festschriften ............................................................... 14

    ? Handbücher, Lexika, Wörterbücher ........................................................................ 14

    ? Zeitschriften ........................................................................................................... 14

    ? Zeitungen ............................................................................................................... 15

    4.2.3 Internet-Seiten ...................................................................................................... 15

    Anhang 1: Beispiel für ein Titelblatt einer Proseminararbeit .......................................... 16

    Anhang 1: Beispiel für ein Titelblatt einer Proseminararbeit .......................................... 16

    Anhang 2: Zusätzliche Beispiele für Quellenangaben in einer Bibliographie .................. 18

    Anhang 3: Virtual Private Network (VPN) & Elektron. Zeitschriftenbibliothek (EZB) 19

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Vorbemerkung

    Die folgenden Seiten sollen Ihnen dabei helfen, wissenschaftliche Texte formal richtig zu ver-fassen. Insbesondere werden Sie in diesem Skriptum erfahren, wie Sie fremde Texte hand-werklich korrekt in Ihre eigenen integrieren, d.h. zitieren.

    Fürs Zitieren gibt es unterschiedliche Regeln. Eine besonders verbreitete Variante ist die „amerikanische Zitierweise“, die wir Ihnen auf den folgenden Seiten näherbringen möchten.

    Eine zweite gebräuchliche Variante ist die „deutsche Zitierweise“.

    Beide Zitierregeln („deutsch“ und „amerikanisch“) erfüllen denselben Zweck, nämlich Text-

    passagen, Gedanken, Daten präzise und nachvollziehbar in einen neuen Text einzubauen. Sie haben aber eine unterschiedliche Form: In der „deutschen“ Zitierweise werden die Quellen der Zitate am Ende der Seite in Fußnoten angegeben, in der „amerikanischen“ Zitierweise erfolgt dies fortlaufend im Text. Auch das Literaturverzeichnis weist einige (geringfügige) Unterschiede auf.

    Auf die Literaturrecherche kann in diesem Skriptum nicht näher eingegangen werden. Als Anhang 3 finden Sie jedoch eine erste Anleitung zum Umgang mit den elektronischen Zeitschriften-Datenbanken der Universitätsbibliothek Wien. Weitere Informationen zur Literaturrecherche finden Sie hier:

     http://homepage.univie.ac.at/Gerald.Hoedl/seiten/01informationsbeschaffung.html

    In dieses Zitierskriptum ist die Arbeit vieler Menschen eingeflossen. Allen voran zu nennen ist Monika Graf, die die erste Version dieses Skriptums zusammengestellt hat. Weiters beteiligt waren Hakan Akbulut, Elke Christi-ansen, Karin Fischer, Elisabeth Gumpenberger, Gerald Hödl, Andrea Kremser, Wiebke Sievers, Markus Tiwald.

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Wie muss eine wissenschaftliche Arbeit aussehen?

Die Vorstellungen darüber, wie eine schriftliche Arbeit auszusehen hat Umfang, Sprachstil,

    Aufbau, Literaturmenge , variieren von Fach zu Fach, manchmal von HochschullehrerIn zu HochschullehrerIn. Deshalb ist es sinnvoll, vor Beginn einer Arbeit die speziellen Erwartun-gen und Gepflogenheiten des/der Lehrenden in Erfahrung zu bringen.

    Die folgenden Anforderungen sollte aber eine Proseminar-, Seminar- oder Diplomarbeit im Studiengang Internationale Entwicklung unbedingt erfüllen:

    1. Layout

    Schrift: Als Standard gilt Times New Roman, Schriftgrad 12 Punkt, Zeilenabstand 1,5 Fußnoten: Schriftgrad 10 Punkt, Zeilenabstand einfach

    Seitenränder: 2-3 cm (oben, unten, links und rechts)

    Textformat: Blocksatz (das heißt, der linke und rechte Rand bilden jeweils eine senkrechte Linie um große Lücken innerhalb der Zeilen zu vermeiden, müssen längere Wörter abgeteilt werden; in Textverarbeitungsprogramnmen gibt es für diesen Zweck die Funktion „Silben-

    trennung“)

    Bemühen Sie sich um eine ansprechende optische Gestaltung, aber vermeiden Sie allzu kühne (typo)graphische Experimente und konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche: den Text. 2. Sprachliche Korrektheit

    Sprachliche Mängel beeinträchtigen die Lesbarkeit einer Arbeit ganz massiv. Prinzipiell wer-den daher orthographisch und grammatisch fehlerfreie Texte erwartet. Ausreichend Zeit beim Verfassen der Arbeit und ein gutes Wörterbuch sind unbedingte Voraussetzungen, um diesen Erwartungen zu entsprechen. Vor Abgabe der Arbeit sollte außerdem eine Rechtschreibprü-fung durch das Textverarbeitungsprogramm erfolgen. Da man eigene Fehler beim Durchlesen oft nicht findet, wäre es optimal, jemand Kompetenten zu bitten, die Arbeit Korrektur zu lesen. 3. Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit

    3.1 Titelblatt

    Angeführt werden müssen auf dem Titelblatt in jedem Fall: der Titel der Arbeit, der Name

    der VerfasserInnen mit Matrikelnummer, das Semester der Lehrveranstaltung, der Titel der Lehrveranstaltung und der/die LehrveranstaltungsleiterIn.

    Außerdem sinnvoll: Studienkennzahl, E-Mail-Adresse der VerfasserInnen und Datum der Abgabe

    Beispiel siehe Anhang 1

    3.2 Inhaltsverzeichnis

    Das Inhaltsverzeichnis enthält die Überschriften der einzelnen Abschnitte. Es sollte über-sichtlich und systematisch sein. Ein klarer Gedankengang sollte sich in einer logischen, nach-vollziehbaren Gliederung mit Haupt- und Unterpunkten niederschlagen. Die einzelnen Hie-

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    rarchieebenen dieser Gliederung lassen sich durch verschiedene Ordnungssysteme markieren, z.B. durch numerische: Die Überschriften der ersten Ebene können wie auch im vorliegen-

    den Skriptum mit 1., 2., 3. etc. gekennzeichnet werden, die der zweiten Ebene des ersten Kapitels mit 1.1, 1.2, 1.3 etc.; eine weitere Unterteilung des ersten Unterabschnitts würde dann 1.1.1, 1.1.2, 1.1.3 etc. lauten.

    Bei der Gliederung ist zu beachten, dass vom Umfang her zwischen den Abschnitten ein ausgewogenes Verhältnis besteht. Weiters muss die jeweilige Ebene aus mindestens zwei Punkten bestehen, d.h. wenn die Gliederung Punkt 1.1 enthält, erfordert dies auch (mindestens) Punkt 1.2.

    3.3 Einleitung

    Die Einleitung sollte nicht mehr als 10% des Gesamttextes umfassen. Sie sollte enthalten:

    Frage- bzw. Problemstellung, Zielsetzung (falls von der Fragestellung verschieden was soll

    mit Hilfe der Arbeit erreicht werden?), Hinweise auf die wissenschaftliche und praktische Be-deutung des Themas, verwendete Methode(n) sowie der Weg der Darstellung, d.h. die Grob-gliederung der Arbeit; bei umfangreicheren Arbeiten auch einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand.

    3.4 Hauptteil

    Im Hauptteil wird der Gedankengang entwickelt und mit Belegen untermauert. Wie dies im Einzelnen aussieht, hängt stark vom Thema der Arbeit sowie den Vorlieben der AutorInnen ab. Oft stellt man an den Beginn eines Kapitels Begriffsklärungen, um den LeserInnen deut-

    lich zu machen, in welcher Weise die verwendeten Begriffe verstanden werden. Danach erfolgt die Erarbeitung der Fakten und Argumente, die dazu beitragen sollen, die

    zentrale(n) Fragestellung(en) der Arbeit zu beantworten.

    Bei einer gemeinsamen Arbeit mehrerer AutorInnen ist eine Abstimmung der einzelnen

    Teile unbedingt notwendig, um gemeinsam einen "roten Faden" herzustellen und Wiederho-lungen zu vermeiden.

    3.5 Schlusskapitel

    Am Schluss sollte eine Zusammenfassung gegeben werden, die den argumentativen Kreis schließt. Die Zusammenfassung greift dabei die Fragestellungen der Einleitung wieder auf, resümiert die Ergebnisse der Arbeit, formuliert eigene Einschätzungen (Interpretation und Bewertung der Ergebnisse) und kann wissenschaftliche Perspektiven („further research“) skizzieren. Auch politische und gesellschaftliche Implikationen, die sich aus den Resultaten der Arbeit ergeben, können in diesem Teil angesprochen werden.

    Wenn ein/e LeserIn nur Einleitung und Zusammenfassung liest, sollte er/sie sich auf diese Weise ein Bild von den wesentlichen Inhalten der Arbeit machen können.

    3.6 Bibliographie

    Die in der Arbeit zitierten Werke werden in einer Bibliographie am Ende der Arbeit aufgelis-tet. Die einzelnen Titel müssen nach einem einheitlichen Muster (siehe Abschnitt 4.2) ange-geben werden.

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4. Zitate und Quellenangaben

Warum zitiert man?

    ; Wenn ein/e Studierende/r eine wissenschaftliche Arbeit verfasst, sollte er/sie sich

    selbstverständlich seine/ihre eigene Meinung zum Thema der Arbeit bilden und diese

    in die Arbeit einbringen. Allerdings sollte jede Behauptung, die in der Arbeit getätigt

    wird, untermauert werden meist stützt man sich dabei auf wissenschaftliche Literatur

    zum jeweiligen Thema: Man zitiert sie.

    ; Zitieren muss man aus Gründen der wissenschaftlichen Redlichkeit: Fremde Erkennt-

    nisse und Ideen (die deutlich jenseits des Alltagswissens und -bewusstseins liegen)

    sowie Formulierungen dürfen nicht als eigene ausgegeben werden.

    ; Man zitiert, damit die LeserInnen den Originaltext, auf den man sich bezieht, finden,

    lesen und überprüfen können.

Wann zitiert man?

    ; Man zitiert eine Textpassage, um mit Hilfe der „Autorität“ der Autorin/des Autors die

    eigene Argumentation zu unterstützen.

    ; Man zitiert eine Textpassage, weil sie Informationen enthält, die nicht allgemein be-

    kannt sind und für die eigene Arbeit von Bedeutung.

    ; Wörtlich zitiert man eine Textpassage oft dann, wenn man sich anschließend mit ihr

    genau auseinandersetzt, sie analysiert, interpretiert oder kritisiert.

    ; Wörtlich zitiert man eine Textpassage außerdem dann, wenn sie besonders prägnant

    und/oder elegant formuliert ist.

Wann zitiert man nicht?

    o Man zitiert nicht, um sich das Zusammenfassen einer Aussage bzw. das Ausformulie-

    ren eines Gedankens zu ersparen oder um Seiten zu schinden.

    o Man zitiert keine Textpassage, die länger als eine halbe Seite ist.

Plagiat:

    Von einem Plagiat spricht man dann, wenn fremde Gedanken als eigene ausgegeben werden bzw. wenn Passagen aus anderen Texten direkt oder leicht verändert übernom-men werden, ohne die Quelle anzugeben. Dies stellt den gröbsten Verstoß gegen die Grundregeln wissenschaftlichen Arbeitens dar. Auch das Abschreiben von Studienkol-legInnen gilt als Plagiat.

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4.1 Zitieren im Text

4 Grundprinzipien sollten Sie beim Zitieren immer beachten:

     Egal, welche Zitierweise Sie wählen sie muss in Ihrer gesamten Arbeit einheitlich sein,

    bis hin in kleine Details.

     Sie müssen all jene Informationen bieten, die notwendig sind, damit ein Leser bzw. eine 1Leserin die angegebenen Quellen problemlos finden und überprüfen kann.

     Alle Zitate und bibliographischen Angaben müssen aus Texten stammen, mit denen Sie

    tatsächlich gearbeitet haben und nicht aus anderen Büchern oder aus Recherchen in

    Bibliothekskatalogen.

     Sie dürfen die verwendeten Quellen nicht sinnentstellend zitieren, das heißt, Sie müssen

    sich bemühen, Informationen und Gedanken nicht verkürzt oder verzerrt wiederzugeben.

    Bei wörtlichen Zitaten müssen Sie jede Veränderung, die Sie am ursprünglichen Text

    vornehmen, genau kennzeichnen (siehe unten).

    4.1.1 Die Form der Quellennachweise

    Bei der amerikanischen Zitierweise erfolgt die Quellenangabe im Text anschließend an das

    Zitat in folgender Form: (Nachname der Autorin/des Autors Jahr: Seite). Die LeserInnen

    können dann im Literaturverzeichnis feststellen, um welches Werk es sich handelt. Ganz wichtig ist daher, dass die Quellenangabe im Text immer eine exakte Entsprechung im Lite-raturverzeichnis hat.

Zu beachten ist dabei:

    ; Bei der Zitation eines Aufsatzes (aus einer Zeitschrift oder einem Sammelband) wird im-mer der/die VerfasserIn des betreffenden Artikels angegeben (nicht der/die HerausgeberIn des

    Buches!).

; Haben zwei oder drei Personen den Artikel oder das Buch verfasst, dann werden alle

    Nachnamen angegeben, durch Schrägstriche getrennt: (Husa/Wohlschlägl 2008: 78). Bei

    mehr als drei AutorInnen wird nur der/die erste angegeben, an Stelle der übrigen Namen steht „et al.“ oder „u. a.“ (lateinisch bzw. deutsch für „und andere“) – z.B. (Fischer u. a. 2005: 17)

    ; Da Internetseiten normalerweise keine Seitenzahlen enthalten, beschränkt man sich bei ih-rer Zitierung auf (Nachname der Autorin/des Autors Jahr). Sollte kein/e AutorIn ersicht-

    lich sein, verwendet man ein Kürzel, z.B. die Abkürzung der für die Webpage zuständigen Organisation, sowie das Entstehungsjahr des Texts, sofern ersichtlich. Beispiel: (OECD 2008).

    Falls kein Datum ersichtlich ist, schreibt man „o. J.“ („ohne Jahr“), zum Beispiel (DKA o. J.).

    Bei PDF-Dokumenten verwendet man die dort aufscheinende Seitenzahl: (OECD 2008: 23).

    Die Internetadresse und das Zugriffsdatum werden nur im Literaturverzeichnis angeführt (siehe Abschnitt 4.2.3) in der Quellenangabe im Text haben sie nichts zu suchen!

     1 Als Quellen bezeichnet man wissenschaftliche Texte vor allem Bücher, Zeitschriften, Dissertationen und Di-

    plomarbeiten, gegebenenfalls auch Internetseiten , aus denen Informationen bezogen werden. Im Gegensatz zu

    diesen Sekundärquellen (oder auch Sekundärliteratur genannt) handelt es sich bei Primärquellen um Texte (und

    Bilder), die vor allem als Gegenstand wissenschaftlicher Analysen verwendet und als solche zitiert werden. Das kann Material sein, aus dem ich konkrete Informationen beziehe (etwa historische Akten oder Experteninter-views), es können aber auch Texte wie Politikerreden oder Leitartikel sein, an denen oft eher die verborgenen Inhalte interessieren, die sich z.B. in sprachlichen Bildern und wiederkehrenden Argumentationsmustern äußern.

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    ; Ist der/die AutorIn/HerausgeberIn eines Buches, beispielsweise eines Lexikons, unbe-kannt, schreibt man anstelle des Namens Anonymus: (Anonymus 1984: 275)

    ; Handelt es sich bei den zitierten Stellen um Textpassagen oder Gedankengänge, die sich über mehr als eine Seite erstrecken, so wird dies folgendermaßen angezeigt:

    (Grill 2003: 123 f.) (= Seite 123 und 124)

    (Grill 2003: 123 ff.) oder (Grill 2003: 123-125) (= Seite 123 und mehrere folgende Seiten

    bzw. Seite 123 bis 125)

    (Grill 2003: 123, 130) (= die zitierten Informationen befinden sich auf mehreren nicht unmit-telbar hintereinander liegenden Seiten in diesem Fall auf Seite 123 und 130)

    ; Wird aus demselben Werk mehrfach unmittelbar hintereinander zitiert, begnügt man sich meist mit a. a. O. („am angegebenen Ort“) bzw. ebd. („ebenda“). Stehen die nachfolgenden

    Zitate auf einer anderen Seite als das Erstzitat, muss die Seitenzahl angegeben werden: (ebd.: 133)

    Achtung: Sobald dazwischen ein anderes Werk zitiert wird, muss man wieder zur ursprüngli-chen Form zurückkehren: (Grill 2003: 135)

    ; Als Jahr ist immer das Erscheinungsjahr des Buches anzugeben, auch wenn es bei einzel-nen Artikeln möglich sein kann, dass sie früher geschrieben und bereits woanders veröffent-licht wurden. In diesem seltenen Fall kann die Erstveröffentlichung in der Bibliographie in eckiger Klammer vermerkt werden. Ähnliches gilt, wenn Sie mit Neuausgaben von Büchern arbeiten: Wenn Sie „Das Kapital“ von Karl Marx in der Ausgabe des Jahres 1957 vor sich ha-

    ben, dann geben Sie als Quellennachweis im Text (Marx 1957: 128) an. In der Bibliographie

    kann dann Marx, Karl (1957) [1863] stehen; das „[1863]“ dient nur der zusätzlichen Infor-

    mation und ist nicht obligatorisch.

; Auch für übernommene Bilder, Statistiken etc. müssen die Quellen angegeben werden.

; In einem Text mit amerikanischer Zitierweise können in Fußnoten ergänzende Informatio-

    nen stehen, die mit der zentralen Argumentation nur am Rande zu tun haben und auf diese Weise „ausgelagert“ werden, um den Textfluss zu verbessern (abweichende Definitionen ei-

    nes Begriffs, abweichende statistische Daten etc.). Es gibt aber auch Texte mit amerikanischer Zitierweise, in denen auf Fußnoten vollkommen verzichtet wird.

    4.1.2 Wörtliches Zitat

    Es können ganze Sätze, aber auch Satzteile wörtlich zitiert werden. Die Zitate müssen wort-getreu sein, das heißt, es sind keine Auslassungen oder eigene Ergänzungen zulässig, die nicht entsprechend gekennzeichnet sind.

    ; Auslassungen innerhalb der Zitate (nicht am Anfang und Ende!) müssen durch drei Punkte in eckiger Klammer angegeben werden [...].

    ; Ergänzungen des Zitats durch die Verfasserin/den Verfasser sind ebenfalls durch eckige Klammern zu signalisieren.

Zum Beispiel lautet der Ausgangssatz: „Der Entwicklungsdiskurs wird von unterschiedlichen

    Interessen geprägt.“ Kürze ich ihn und füge ihn in meinen eigenen Satz ein, so sind die Ver-änderungen folgendermaßen zu kennzeichnen: Graf behauptet, dass „[d]er Entwicklungsdis-

    kurs [...] von unterschiedlichen Interessen geprägt [wird].“ (Graf 2006: 5)

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    ; Ergänzungen müssen auch dann eingeschoben werden, wenn der zitierte Text für sich nicht verständlich ist. Sie sind notwendig, wenn im Zitat z.B. Personalpronomen und derglei-chen vorkommen, die ohne Erklärung unverständlich bleiben.

    „Er [der Entwicklungsdiskurs] wird von unterschiedlichen Interessen geprägt.“ (Graf 2006: 5)

; Grammatik-/Rechtschreib-/Tippfehler sind aus dem Original zu übernehmen und mit [sic!]

    zu kennzeichnen:

    „Der Endwicklungsdiskurs [sic!] wird von unterschiedlichen Interessen geprägt.“ (Graf 2006: 5)

Mit „[sic!]“ werden nur echte Fehler gekennzeichnet, nicht aber Schreibweisen, die nach der

    alten Rechtschreibung korrekt waren (z.B. „daß“).

    ; Hervorhebungen, die nicht im Original stehen, müssen als solche erkennbar sein (durch den Hinweis: „Hervorhebung des Verf./der Verf.“):

     (Graf 2006: 5, „Der Entwicklungsdiskurs wird von unterschiedlichen Interessen geprägt.“

    Hervorhebung der Verf.)

Bei Zitaten aus fremdsprachigen Texten wird die Originalsprache beibehalten, wenn man

    davon ausgehen kann, dass die LeserInnen keine Verständnisprobleme haben (so z.B. bei Englisch, je nach Zielpublikum aber auch bei anderen Sprachen). Dort, wo es wenig wahr-scheinlich ist, dass die LeserInnen die Fremdsprache verstehen, sollte direkt an das Original-zitat eine eigene Übersetzung angeschlossen werden, versehen mit den Anfangsbuchstaben des eigenen Namens: (AutorIn Jahr: Seite; Übersetzung Initialen), konkret: (Nesin 1993:

    45; Übersetzung I. K.) Um den Lesefluss zu verbessern, ist es auch möglich, das Originalzitat in eine Fußnote zu verlagern vor allem bei längeren Zitaten (mehr als zwei Zeilen) ist dies empfehlenswert.

; Zitate sind unbedingt dem Original zu entnehmen (es wäre z.B. sehr unelegant, wenn Sie

    Wallerstein oder andere wichtige AutorInnen nur aus der Sekundärliteratur zitieren würden und nie unmittelbar aus ihren eigenen Texten). Ist der Originaltext trotz intensiver Bemühun-gen nicht verfügbar, kann er aber aus anderen Quellen zitiert werden; das ist dann allerdings durch zit. nach („zitiert nach“) zu kennzeichnen.

    Ein Beispiel: Sie finden in einem Buch von Battle einen Satz aus einer Rede von Desmond Tutu, den Sie zitieren möchten. Nun ist allerdings diese Ansprache Tutus in keiner Bibliothek in Wien verfügbar in diesem Fall können Sie jenes Buch zitieren, in dem Sie den Satz ge-funden haben. Dabei wird hier nur erwähnt, dass die zitierte Aussage von Tutu stammt, nicht jedoch, aus welcher seiner Publikationen. Das sähe dann so aus:

    (Desmond Tutu zit. nach Battle 1997: V)

    (Als Seitenangabe steht hier eine römische Ziffer, weil das Zitat dem Vorwort von Battles Buch entnommen ist, dessen Seiten römisch beziffert sind.)

    In das Literaturverzeichnis kommt in diesem Fall nur das Buch von Battle:

    Battle, Michael (1997): Reconciliation. The Ubuntu Theology of Desmond Tutu. Cleveland: Pilgrim Press.

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4.1.3 Inhaltliches Zitat (Paraphrase)

    Bei einer sinngemäßen Wiedergabe (Paraphrase) werden Passagen eines Textes in eigenen Worten wiedergegeben. In diesem Fall setzt man keine Anführungszeichen, muss aber die Textstelle, die man wiedergibt, genauso wie bei einem wörtlichen Zitat angeben, also (AutorIn Jahr: Seite)

    Bezieht man sich nur indirekt auf einen anderen Text (etwa indem man ihn als illustratives Beispiel heranzieht und nicht primär als Informationsquelle), so kann diese etwas losere Beziehung durch ein „vgl.“ (=„vergleiche“) ausgedrückt werden.

    Im 19. Jahrhundert zeigten sich in unterschiedlichen ideologischen Spielarten Vorformen eines globalen Bewusstseins (vgl. Marx/Engels 1848: 9).

4.1.4 Layout der Zitate

    Bei einer Länge von weniger als 40 Wörtern stehen Zitate fortlaufend im Text, im Fall von

    wörtlichen Zitaten durch doppelte Anführungszeichen gekennzeichnet:

Text Text „Zitat Zitat“ (AutorIn Jahr: Seite) Text Text

Bei mehr als 40 Wörtern beziehungsweise ab einer Länge von mehr als 3 Zeilen wird das Zi-

    tat eingerückt, Schriftgröße 10 verwendet (wenn der Rest des Texts in 12-Punkt-Schrift ver-fasst ist), ein einfacher Zeilenabstand gewählt und auf Anführungszeichen verzichtet (da die Kennzeichnung als wörtliches Zitat bereits durch die Einrückung gewährleistet ist):

    Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text

    Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat

    Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat Zitat. (AutorIn Jahr: Seite)

Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text Text

    4.1.5 Wohin mit dem Quellennachweis?

    Dort, wo ein kompletter Satz zitiert wird (oder ein Satzteil, der im Original mit einem Punkt, Rufzeichen, Fragezeichen endet), steht der Quellennachweis nach dem schließenden Satzzei-chen+Anführungszeichen. Nach dem Quellennachweis steht in diesem Fall kein Punkt, son-dern der nächste Satz schließt unmittelbar an.

    "Die Rohstoffpreise bilden und bewegen sich [...] gemäß Angebot und Nachfrage auf den Weltmärkten." (Altvater 1992:177)

    Etwas schwieriger ist die Situation bei Paraphrasen oder in jenen Fällen, wo Satzteile ohne schließendes Satzzeichen zitiert werden. Hier empfiehlt es sich, den Quellennachweis in den Satz zu integrieren und den Punkt erst ganz am Schluss zu machen:

    Bereits etwas früher, nämlich seit den 1980er Jahren, gewannen die Argumente der klassi-schen Modernisierungstheorien in veränderter Form neuen Zuspruch (Hauck 2004: 31).

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