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Ballauff Anhang

By Sally Harris,2014-06-01 15:16
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Ballauff Anhang

Ballauff Seminar / Anhang

Dr. Ulrich Wehner

    Zi. 7/U4, Tel.: 8885562; Email: ulrich.wehner@mail.uni-wuerzburg.de

    Sprech- und Mentorstunden: Mi.16.00-17.30.

Proseminar: Bildung als „Selbstständigkeit im Denken“. (Dipl. a)

    Mittwoch, 18-20 Uhr, Raum 23 Beginn: 18.4.2007

    Dieses Seminar schließt insofern an die „Einführung in die Theorie der Bildung“ (Dörpinghaus, A; Poenitsch, A., Wigger, L. Darmstadt 2006) im letzten Semester an, als es zum vertieften Studium einer der dort angeführten „Bildungstheorien der Gegenwart“ einlädt. Kenntnisse aus dem letzten Semester sind hilfreich, werden aber nicht vorausgesetzt. Gegenstand des Seminars ist Theodor Ballauffs (1911-1995) Entwurf der Pädagogik als Bildungslehre (siehe dazu im oben genannten Lehrbuch, S. 119). Von Pädagogik, so Ballauff, kann nur gesprochen werden, sofern eine philosophisch begründete Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Maß der Bildung gegeben wird. Die Beantwortung der bildungstheoretisch maßgeblichen Frage, was Menschlichkeit besagt, kann heute - auf Grund der Geschichtlichkeit des Denkens - nur in einer antithetischen Auseinandersetzung mit geschichtlich vorliegenden Bestimmungen von Menschlichkeit erfolgen. Über den philosophischen Ausgang vom Denken und über die kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen pädagogischen Ansätze aus unterschiedlichen Zeiten gelangt der Autor zu der Bestimmung von Bildung als „Selbstständigkeit im Denken“ bzw. als „selbstlose Verantwortung der Wahrheit“.

    Ballauffs Werk wird einerseits im Anschluss an eine philosophische Ortsbestimmung seitens des Autors (in der Frühphase?) in besonderer Nähe zu der Philosophie Heideggers gesehen. Andererseits wird Ballauffs Ansatz in enge Verbindung mit der Philosophie Kants gebracht. Unabhängig von der einen oder anderen Lesart wird Ballauffs Werk als „autochthon“ (eigenständig) eingeschätzt, da es zwar mit zahlreichen Fäden in die pädagogischen Diskurse der Vergangenheit und Gegenwart eingebunden ist, aber keiner verbreiteten wissenschaftlichen Schulrichtung entspringt. Im Mittelpunkt des Seminars steht nicht die akademische Frage nach einer exakten philosophischen Verortung dieser Bildungslehre, sondern vielmehr das sachliche Interesse Ballauffs ungewöhnliche Bestimmung von Bildung in ihren Konsequenzen zu begreifen und zu diskutieren. Im Seminar werden ausgewählte Primärtexte studiert.

Empfohlene Literatur:

    Primär: Theodor Ballauff: Pädagogik der selbstlosen Verantwortung der Wahrheit oder Bildung „als Revolution

    der Denkungsart“ In: Schaller, K. (Hg.): Erziehungswissenschaft der Gegenwart. Prinzipien und Perspektiven moderner Pädagogik. Bochum 1979, S. 8-27.; Ders.: Pädagogik als Bildungslehre. 3. weitergearb. Aufl. aus dem Nachlass, hrsg. v. Poenitsch, A.; Ruhloff, J., Baltmannsweiler 2003; Ruhloff, J, Poenitsch, A. (Hrsg.): Theodor Ballauff Pädagogik der „selbstlosen Verantwortung der Wahrheit“. Weinheim und München 2004; /

    Sekundär: Hufnagel, E.: Exkurs: Unmaßgebliche Anmerkungen zu Theodor Ballauffs Systematischer Pädagogik oder: Der Ansatz beim Denken in der Pädagogik der Selbstlosigkeit. In: Ders.: Der Wissenschaftscharakter der Pädagogik. Studien zur pädagogischen Grundlehre von Kant, Natorp und Hönigswald. Würzburg 1990, S. 375-413. Heim, H.: Die bildungstheoretische Begründung der Pädagogik im Werk Theodor Ballauffs. Weinheim 1993; Wehner, U.: Das Verhältnis von Existenzialphilosophie und Pädagogik im revolutionierenden Ansatz Theodor Ballauffs. In: Ders.: Pädagogik im Kontext von Existenzphilosophie. Würzburg 2002, S. 169-234. Thompson, C.: Selbständigkeit im Denken. Der philosophische Ort der Bildungslehre Theodor Ballauffs. Opladen 2003;

Termine:

    18.4.2007 / 25.4. / 2.5. / 9.5. / 16.5./ 23.5./ (30.5. entfällt wegen Tagung) / 6.6. / (13.6. entfällt wegen Blockveranstaltung)/ 20.6./ 27.6./ 4.7./ 11.7./ 18.7. (12. Sitzungen)

1. Sitzung 18.4. 2007

    Seminarplan / Organisation / Einführung (Biographisches / Anmerkungen zur Werkgeschichte. In: Wehner,

    2002, S. 171-175. / Grundaussagen (Gemeinsame Lektüre: „Bildung als Selbständigkeit im Denken“ In:

    Dörpinghaus, Poenitsch, Wigger (2006): Theorie der Bildung, S. 119.) / Rezeption

Gemeinsame Textgrundlage:

    Ruhloff, J, Poenitsch, A. (Hrsg.): Theodor Ballauff Pädagogik der „selbstlosen Verantwortung der Wahrheit“.

    Weinheim und München 2004; / nach Interessenlage ergänzt durch andere Schriften [Handapparat]

    Ziel des Seminar.

    Das Seminar beabsichtigt,

- Sie mit der bildungstheoretischen Denkfigur

    „Selbständigkeit im Denken“ in ihren Gründen und

    pädagogischen Konsequenzen bekannt zu machen

    - Sie anhand der sachlichen Auseinandersetzungen, die

    Ballauff mit anderen Ansätzen und Positionen führt, in einen

    größeren Umkreis pädagogischen Denkens einzuführen;

- Ihre Studienfähigkeit zu fördern /

     Beharrlichkeit im Denken, auch, ja gerade dann, wenn es

    kompliziert wird;

     (Gemeinsame) Bewältigung schwieriger Texte

    Adressaten:

    - Das Seminar ist für philosophisch interessierte Anfänger und

    Fortgeschrittene geeignet.

    - es wendet sich an Diplomstudenten: Einführung in die

    Allgemeine Pädagogik

    und

    - Lehramtsstudenten: Schule, Unterricht und Didaktik werden

    aus dem Begründungshorizont der Bildungstheorie gedacht;

Dr. Ulrich Wehner

    Proseminar: Bildung als „Selbstständigkeit im Denken“. (Dipl. a)

Textgrundlage:

    1. Begriff der Pädagogik. 1.1. Pädagogik, Philosophie, Erziehungswissenschaft

    - Extern + Intern - Intern - nicht - Päd. = „Frage nach Sinn und Maß der Bildung“ (20) - Nicht Ausgang von der Ausgang - „fragt, was das ist, die sog. Bildung, und damit, was sie „Erziehungswirklichkeit“:

    von gewesen und woran es mit ihr heute ist.“ (Geisteswiss. Päd.)

    psycholog., - Bildung grundlegende Bedeutung für sämtliche pädagogische

    soziolog. Themen (Unterricht, Erziehung) - nicht Ausgang von Unterricht Und und Schule, d.h. nicht

    biologisch. - kann Philosophie nicht entbehren, ist aber nicht Schulpädagogik

    Voraus-Ableitung aus phil. Anthropologie

    setzungen - hebt nicht an als Technik, von - in der Bestimmung von Bildung liegt ihr Maß beschlossen (21) Anleitung zur Kunstfertigkeit Erziehung und Ausübung der Erziehung

    und Wie lässt sich bestimmen, was Bildung heute besagt? d.h. im Grunde weder

    Unterricht - (Nicht durch Umfrage (21), nicht durch biologische Handlungswissenschaft noch

     Zugehörigkeit) Berufswissenschaft)

     - muss zuerst und zuletzt als ein Gedankengang vor sich - nicht „sog.

     gehen. „Insofern mag man sie philosophisch nennen, weil Erziehungswiss.“ (Abgrenzung

     sie sich allein dem Denken unterstellt“ (21) Empirische Erziehungswiss.)

     „in dem Sinne, dass es ihr allein

     - solches Denken ist weder Willkür noch Einfall; auf die Feststellung und

     Pädagogisches Denken ist an sich selbst gebunden, an seine Überprüfung von Tatsachen und

     Geschichte (nachdenken, durchdenken und weiterdenken die Erforschung ihrer Gesetze

     der Geschichte): „nur dort wird gedacht, wo man den ankäme“, Wissenschaft reicht

     geschichtlichen Ausmaßen des Denkens nicht aus, weil Frage nach dem

     nachkommt“ (Gedanken mitdenkt und so vielleicht eines Tages Maß der Bildung gefunden

     mit neuer Einsicht „bedacht wird“ (21) werden muss

     Pädagogik als Bildungslehre gibt den

     - pädagogische Geschichte nachdenken, durchdenken, „Horizont voraus, in dem allein mit

     weiterdenken heißt „großen Gedankengang“ bei Klassikern Fug und Sinn nach Bildung und

    aufsuchen: „Höhepunkte aufsuchen, die sich als solche Erziehung gefragt werden

    durch die Schwierigkeit des Gedankengangs und den kann.“ Pädagogik macht daher Reichtum an Folgrungen ausweisen“. / „nicht jeden, der erst über Bildung spricht, zu Wort kommen lassen“, 22) Erziehungswissenschaft“ möglich - Schwierigkeit als Kriterium des Denkens - nicht Normwissenschaft, (pädagogisches Denken als elitäres Geschäft?): zunächst nicht Ausgang vom Denken ist im Unterschied zum vorstellen nicht jedermann Sollen (Abgrenzung: normative zugänglich (22); Pädagogik), sondern von dem Unterscheidung: Gedanken-/ Vorstellungskreis: was Bildung ist (Platons Höhlengleichnis) Vorstellungskreis: Zunächst und zumeist in Vorstellungskreis eingewöhnt, in dem wir uns mühelos bewegen; Gewöhnlichkeit täuscht Verständlichkeit vor; Darbietung von Gewohntem findet bei den Zuhörern Beifall (Selbstbestätigung); Gedankenkreis Gedankliche Einsicht; in Gedankengang hineinfinden, der nicht willkürlich ist; Einfachheit und Ursprünglichkeit; Denken entzieht sich gewöhnlichem Vorstellungskreis („abwegig“),

    destruiert ihn auf gedankliche Herkunft;

    thematisiert Sinn und gedanklichen Ursprung von Möglichkeit

    und Wirklichkeit; von einzelnem und allgemeinen („schwierig“;

    damit verbunden: Notwendigkeit einer nicht vorbelasteten

    Sprache (22), nicht zunächst und zumeist unverständlich ist;

    Denken beginnt mit freimachen von Vorurteilen; (ebd.)

    Thesenförmige Zusammenfassung

    Folgende Thesen sollten Sie jetzt erläutern können:

A) Wie pädagogisches Denken grundsätzlich nicht zu verstehen ist:

    Pädagogisches Denken lässt sich nicht aus Studien der Nachbarwissenschaften begründen.

    - Pädagogisches Denken findet keine Grundlegung im Ausgang von der Erziehungswirklichkeit; es ist nicht als Schulpädagogik, als Handlungswissenschaft oder Berufswissenschaft begründet.

    - Pädagogisches Denken kann weder als sog. Erziehungswissenschaft beginnen, noch kann es sich in dieser Sichtweise erschöpfen;

    - Pädagogisches Denken hebt auch nicht mit der Frage nach einem Sollen an. In diesem Sinne ist sie keine Normwissenschaft.

B) Wie pädagogisches Denken grundsätzlich zu verstehen ist:

- Pädagogik fragt nach Sinn und Maß der Bildung; was Bildung geschichtlich

    gewesen ist und woran es mit ihr heute ist.

    - sämtliche pädagogischen Themen (Unterricht, Erziehung, Didaktik, Schule, Lernen etc.) werden vom Begriff der Bildung her verstanden

    - Sagen, was heute unter Bildung zu verstehen ist, heißt die Geschichte der Bildung nachdenken, durchdenken und weiterdenken;

    (Nachdenken, durchdenken und weiterdenken, d.i. sich im Denken orientieren ist ein philosophisches Geschäft)

    - pädagogisch denken, d.h. sich in der Geschichte bildungstheoretischen Denkens orientierten unterliegt weder Willkür noch Einfall;

    es bedeutet die Befangenheit in gewohnten Vorstellungen zu überwinden und geschichtlich vorliegende schwierige, gehaltvolle und folgenreiche Gedankengänge über Bildung zu durchdenken, so dass mit stichhaltigen Gründen und in folgerichtigen gedanklichen Zusammenhängen über Bildung gesprochen werden kann.

    - um Denkgewohnheiten zu durchbrechen und gründlich über Bildung zu sprechen ist es gelegentlich notwendig eine nicht vorbelastete Sprache zu sprechen;

1.2. Die Grundfragen der Pädagogik und ihre Systematik

- Pädagogik = Theorie der „Erziehung und Bildung“ die auf lange Geschichte,

    äußerst heterogener Theorien zurückblicken kann. (23)

Hauptanliegen:

    Weiterführung: Bestimmung von Bildung unter Rekurs auf Geschichte pädagogischen Denkens

    „Auf die Frage nach den Themenkreisen der Pädagogik versuchen wir eine erste Antwort im Rückblick auf ihre Geschichte, aus dem Wissen um unsere heutige Diskussion“ (23)

    Pädagogische Differenzierungen

Architektonik?

    6 Negativa, was Pädagogik nicht ist,

    dann 5 „Positiva“

    Gerüst TA.

    Neigungsarbeitsgruppen zu 1; 5;

Zu den fünf Positiva der Systematik der Pädagogik (34-35)

    1. Unabschließbarkeit der Systematik Pädagogischen Denkens: Weiterdenken, Logozität (Folgerichtigkeit und Schlüssigkeit)

    Konstruieren, heißt der Logozität Wort erteilen;

    2. Systematik Nachfragen, auf jeweilige Voraussetzungen zurückfragen, Begründung und Rechtfertigung verlangen Nachweis; Problematisierungen;

3. Nicht Ausgang von der Erziehungswirklichkeit, sondern Bildung lässt

    Erziehungswirklichkeit hervorbringen

    4. Nicht von Grundbegriffen ausgehen, denn diese definieren sich aus Systematik; Ausgang von der Geschichtlichkeit des Denkens, d.i,. Ausgang von Interpretationen, die wir historisch aufweisen; Analyse geschichtlicher Interpretationen, immanente Rückfragen immanente Kritik;

    Erfragen von Voraussetzungen, Vergleich, Antithesen, Konzeption einer pädagogischen Idee und ihrer Maßgaben;

    5. Systematik der Pädagogik ist notwendig um Kriterien zu erhalten, Kritik üben zu können; aus „Prinzipien“ über die sich die Pädagogik Rechenschaft gibt, können Interpretationen und ihre Wirklichkeiten beurteilt werden

Dr. Ulrich Wehner

Proseminar: Bildung als „Selbstständigkeit im Denken“. (Dipl. a)

    Zum Abschnitt: 2. Pädagogik als Wissenschaft

    (Text aus Weltenburger Akademie 1975)

    Thema:

    „Erwägungen zu einer Grundlegung der Pädagogik“

Gliederung:

A) Überblick über klassische Varianten der Grundlegung der Pädagogik

    1.

2.

3.

4.

5.

6.

B) Durchdenken einiger Grundlegungen auf ihre Trag- und Reichweite

I.

II.

III.

IV.

    a)

    b)

    c)

    d)

    Fazit:

    V.

VI.

Fazit:

VII.

Ab VIII, gemeinsam lesen

    C) Grundlegung der Pädagogik: Basissätze die einen pädagogischen

    Horizont eröffnen

    D) Beantwortung einiger Einwände gegen das geäußerte Verständnis von

    Pädagogik

    5. Sitzung:

Wiederholung:

    Zum Abschnitt:

    2. Pädagogik als Wissenschaft

    (Text aus Weltenburger Akademie) 1975

    Thema: Erwägungen zu einer Grundlegung der Pädagogik

    A) Überblick über klassische Varianten der Grundlegung der

    Pädagogik

    1. (Herbart): durch Ethik (Ziele) und Psychologie (Mittel)

    2. durch Theologie

    3. durch Soziologie

    4. durch Anthropologie

    5. durch politikökonomische Theorie (Gesellschaftstheoretische Grundlegung) 6. historische Grundlegung

    B) Durchdenken einiger Grundlegungen auf ihre Trag- und

    Reichweite

    Allgemeine Rückfrage an 1-6: Pädagogik, verselbständigende Grundlegung? (eigener Gedankengang?)

    I. (zu 1) Problematik der Abhängigkeit der Pädagogik (?) konnte nicht beseitigt werden

    II. Psychologie / Metaphysik (= unbefragte Selbstverständlichkeit, „Leistungsmotivation“)

    III. Soziologie (zu 3) / Metaphysik der „Reproduktion und Konfirmation des Bestehenden“ oder

IV. (zu 4.) Einwände gegen Grundlegung in Anthropologie

    a) (und c zusammengenommen): Interne Spannung zwischen

    Defizienz- (Mängelwesen) und Abundanztheorie (Überschuss) beide

    Ansätze: Mensch-Tier Vergleich= biologische Anthropologie: was bei

    Tieren festgestellt wird, ist vom Selbstverständnis des Menschen

    her erschlossen; primärer Grund der Unmöglichkeit: „Woher

    wüssten wir denn, dass wir dem Menschen ‚nahekommen’, wenn

    wir nicht bereits ‚Menschlichkeit’ verstanden

    hätten?“ („Scheinmanöver)

    b) Abkehr von Potentialitätstheorien:

    Menschlichkeit wird aus Anlagen hergeleitet, die ihrerseits unbekannt

    sind; von Beobachtbarem wird auf Potenzen geschlossen;

    c) Unmöglichkeit von einem „überzeitlichen Wesen“ oder der

    „Bestimmung des Menschen“ auszugehen (Anthropologie als

    “Wesensdefinition“);

    es ist unmöglich einen Allgemeinbegriff des Menschen anzugeben

    infolge de Gebundenheit unserer Selbsterkenntnis an den

    geschichtlichen Standort. Aufschluss über Menschlichkeit nur aus

    der geschichtlichen Selbsterfahrung in Gestalt eines Miteinanders und

    Gegeneinanders der geschichtlichen Interpretationen (Querverweis:

    Kamper: „doppelte Historizität“)

V. Abkehr von theologischer Grundlegung

    Gott kennen wir noch weniger als das Tier, aus x wird y bestimmt; Offenbarungswissen entzieht sich systematischem Denken;

VI. Abkehr von politökonomischer Grundlegung (44)

    Auslieferung an autoritatives Wissen (es bleibt unbefragt und unhinterfragbar warum bürgerliches Bewusstsein durch proletarisches abgelöst werden soll)

    Fazit (S.44): bei allen Versuchen der Grundlegung bleiben wir immer wieder an Gedanklichkeit verwiesen;

VII. So ergeht es uns auch wenn wir die Ethik zur Grundlegung

    heranziehen

    „so bleibt nichts anderes übrig als selbst zu denken, nicht stillschweigend anzuerkennen und zu übernehmen.“

Gemeinsame Lektüre

VIII. Historische Grundlegung (vgl. I.6)

    Bildungstheorie als Erinnerungsarbeit

    Roter Faden: Zusammenhang Bildung Denken

„Durchmessen und Zergliedern der geschichtlichen

    Interpretationshorizonte der Menschlichkeit“ zeigt:

- Denken als das den Menschen historisch durchgängig auszeichnende

    Moment

     Menschlichkeit /Bildung hat es allemal mit uns Menschen als denkenden Wesen zu tun: Menschen bedenken/interpretieren sich als denkende Wesen (Bildung reflexives Denken)

- Denken ist ein unhintergehbares Kennzeichen von Menschlichkeit

- Denken ist etwas Gegebenes und Aufgegebenes

- Terminus „Denken umschreibt die Offenheit eines Ganzen […]“, eine

    Offenheit in der wir unserer selbst ansichtig werden in der Abfolge der geschichtlichen Selbstinterpretationen der Menschheit /

    Kommentar:

    - Denken ist als Gegebenes prinzipieller Ermöglichungsgrund, der Menschen in der Zeit Bestimmungen, nicht zuletzt von Menschlichkeit vornehmen lässt;

    - Partizipation am Denken ist Aufgabe; sich dem Denken (nicht

    irgendeinem Glauben) zugehören lassen, heißt in systematischer Auseinandersetzung mit geschichtlich vorliegenden Gedanken Bestimmungen vorzunehmen;

- Denken beinhaltet Anspruch auf Wahrheit; „Zugehörigkeit zur

    Wahrheit“ als geschichtliche Konstante (46)

    Interpretation:

    Wenn es stimmt, dass Menschen allemal am Denken partizipieren und der Anspruch auf Wahrheit Bestandteil der Eigengesetzlichkeit des Denkens ist, dann kann man sagen „Denken“ heißt sich der „Zugehörigkeit zur Wahrheit besinnen“

    - Rückfrage: Was ist Wahrheit? (46) /

    Ausdruck der Problematik des Menschlichen;

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