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Also Sprach Zarathustra

By Thomas Jones,2014-10-04 10:08
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Also Sprach Zarathustra

    Gott ist ein Gedanke, der macht alles Gerade krumm und Alles, was steht, Oh meine Freunde! So spricht der Erkennende: Scham, Scham, Scham - das ist drehend. Wie? Die Zeit wäre hinweg, und alles Vergängliche nur Lüge? die Geschichte des Menschen! Diess zu denken ist Wirbel und Schwindel menschlichen Gebeinen und noch Und darum gebeut sich der Edle, nicht zu beschämen: Scham gebeut er sich dem Magen ein Erbrechen: wahrlich, die drehende Krankheit heisse ich's, Solches vor allem Leidenden.

    zu muthmaassen. Wahrlich, ich mag sie nicht, die Barmherzigen, die selig sind in ihrem Böse heisse ich's und menschenfeindlich: all diess Lehren vom Einen und Mitleiden: zu sehr gebricht es ihnen an Scham.

    Vollen und Unbewegten und Satten und Unvergänglichen! Muss ich mitleidig sein, so will ich's doch nicht heissen; und wenn ich's bin, Alles Unvergängliche - das ist nur ein Gleichniss! Und die Dichter lügen zuviel. dann gern aus der Ferne. - Gerne verhülle ich auch das Haupt und fliehe davon, bevor ich noch erkannt Aber von Zeit und Werden sollen die besten Gleichnisse reden: ein Lob sollen bin: und also heisse ich euch thun, meine Freunde!

    sie sein und eine Rechtfertigung aller Vergänglichkeit! Möge mein Schicksal mir immer Leidlose, gleich euch, über den Weg führen, Schaffen - das ist die grosse Erlösung vom Leiden, und des Lebens und Solche, mit denen mir Hoffnung und Mahl und Honig gemein sein darf! Leichtwerden. Aber dass der Schaffende sei, dazu selber thut Leid noth und viel Wahrlich, ich that wohl Das und jenes an Leidenden: aber Besseres schien ich Verwandelung. mir stets zu thun, wenn ich lernte, mich besser freuen. Ja, viel bitteres Sterben muss in eurem Leben sein, ihr Schaffenden! Also seid Seit es Menschen giebt, hat der Mensch sich zu wenig gefreut: Das allein, ihr Fürsprecher und Rechtfertiger aller Vergänglichkeit. meine Brüder, ist unsre Erbsünde!

    Dass der Schaffende selber das Kind sei, das neu geboren werde, dazu muss er Und lernen wir besser uns freuen, so verlernen wir am besten, Andern wehe zu auch die Gebärerin sein wollen und der Schmerz der Gebärerin. thun und Wehes auszudenken.

    Wahrlich, durch hundert Seelen gieng ich meinen Weg und durch hundert Darum wasche ich mir die Hand, die dem Leidenden half, darum wische ich Wiegen und Geburtswehen. Manchen Abschied nahm ich schon, ich kenne die mir auch noch die Seele ab. herzbrechenden letzten Stunden. Denn dass ich den Leidenden leidend sah, dessen schämte ich mich um seiner Aber so will's mein schaffender Wille, mein Schicksal. Oder, dass ich's euch Scham willen; und als ich ihm half, da vergieng ich mich hart an seinem Stolze. redlicher sage: solches Schicksal gerade - will mein Wille. Grosse Verbindlichkeiten machen nicht dankbar, sondern rachsüchtig; und Alles Fühlende leidet an mir und ist in Gefängnissen: aber mein Wollen kommt wenn die kleine Wohlthat nicht vergessen wird, so wird noch ein Nage-Wurm mir stets als mein Befreier und Freudebringer. daraus.

    Wollen befreit: das ist die wahre Lehre von Wille und Freiheit - so lehrt sie "Seid spröde im Annehmen! Zeichnet aus damit, dass ihr annehmt!" - also euch Zarathustra. rathe ich Denen, die Nichts zu verschenken haben.

    Nicht-mehr-wollen und Nicht-mehr-schätzen und Nicht-mehr-schaffen! ach, Ich aber bin ein Schenkender: gerne schenke ich, als Freund den Freunden. dass diese grosse Müdigkeit mir stets ferne bleibe! Fremde aber und Arme mögen sich die Frucht selber von meinem Baume pflücken: Auch im Erkennen fühle ich nur meines Willens Zeuge- und Werde-Lust; und so beschämt es weniger.

    wenn Unschuld in meiner Erkenntniss ist, so geschieht diess, weil Wille zur Bettler aber sollte man ganz abschaffen! Wahrlich, man ärgert sich ihnen zu Zeugung in ihr ist. geben und, ärgert sich ihnen nicht zu geben. Hinweg von Gott und Göttem lockte mich dieser Wille; was wäre denn zu Und insgleichen die Sünder und bösen Gewissen! Glaubt mir, meine Freunde: schaffen, wenn Götter - da wären! Gewissensbisse erziehn zum Beissen.

    Aber zum Menschen treibt er mich stets von Neuem, mein inbrünstiger Das Schlimmste aber sind die kleinen Gedanken. Wahrlich, besser noch bös Schaffens-Wille; so treibt's den Hammer hin zum Steine. gethan, als klein gedacht!

    Ach, ihr Menschen, im Steine schläft mir ein Bild, das Bild meiner Bilder! Ach, Zwar ihr sagt: "die Lust an kleinen Bosheiten erspart uns manche grosse böse dass es im härtesten, hässlichsten Steine schlafen muss! That." Aber hier sollte man nicht sparen wollen. Nun wüthet mein Hammer grausam gegen sein Gefängniss. Vom Steine Wie ein Geschwür ist die böse That: sie juckt und kratzt und bricht heraus, - sie stäuben Stücke: was schiert mich das? redet ehrlich.

    Vollenden will ich's: denn ein Schatten kam zu mir - aller Dinge Stillstes und "Siehe, ich bin Krankheit" - so redet die böse That; das ist ihre Ehrlichkeit. Leichtestes kam einst zu mir! Aber dem Pilze gleich ist der kleine Gedanke: er kriecht und duckt sich und will Des Übermenschen Schönheit kam zu mir als Schatten. Ach, meine Brüder! nirgendswo sein - bis der ganze Leib morsch und welk ist vor kleinen Pilzen. Was gehen mich noch - die Götter an! - Dem aber, der vom Teufel besessen ist, sage ich diess Wort in's Ohr: "besser Also sprach Zarathustra. noch, du ziehest deinen Teufel gross! Auch für dich giebt es noch einen Weg der

    Grösse!" - 25.Von den Mitleidigen Ach, meine Brüder! Man weiss von Jedermann Etwas zu viel! Und Mancher Meine Freunde, es kam eine Spottrede zu eurem Freunde: "seht nur wird uns durchsichtig, aber desshalb können wir noch lange nicht durch ihn Zarathustra! Wandelt er nicht unter uns wie unter Thieren?" hindurch. Aber so ist es besser geredet: "der Erkennende wandelt unter Menschen als Es ist schwer, mit Menschen zu leben, weil Schweigen so schwer ist. unter Thieren." Und nicht gegen Den, der uns zuwider ist, sind wir am unbilligsten, sondern Der Mensch selber aber heisst dem Erkennenden: das Thier, das rothe Backen gegen Den, welcher uns gar Nichts angeht. hat. Hast du aber einen leidenden Freund, so sei seinem Leiden eine Ruhestätte, Wie geschah ihm das? Ist es nicht, weil er sich zu oft hat schämen müssen?

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doch gleichsam ein hartes Bett, ein Feldbett: so wirst du ihm am besten nützen. Sünder!"

    Und thut dir ein Freund Übles, so sprich: "ich vergebe dir, was du mir thatest; Wahrlich, lieber sehe ich noch den Schamlosen, als die verrenkten Augen ihrer dass du es aber dir thatest, - wie könnte ich das vergeben!" Scham und Andacht!

    Also redet alle grosse Liebe: die überwindet auch noch Vergebung und Wer schuf sich solche Höhlen und Buss-Treppen? Waren es nicht Solche, die Mitleiden. sich verbergen wollten und sich vor dem reinen Himmel schämten? Man soll sein Herz festhalten; denn lässt man es gehn, wie bald geht Einem da Und erst wenn der reine Himmel wieder durch zerbrochne Decken blickt, und der Kopf durch! hinab auf Gras und rothen Mohn an zerbrochnen Mauern, - will ich den Stätten Ach, wo in der Welt geschahen grössere Thorheiten, als bei den Mitleidigen? dieses Gottes wieder mein Herz zuwenden. Und was in der Welt stiftete mehr Leid, als die Thorheiten der Mitleidigen? Sie nannten Gott, was ihnen widersprach und wehe that: und wahrlich, es war Wehe allen Liebenden, die nicht noch eine Höhe haben, welche über ihrem viel Helden-Art in ihrer Anbetung!

    Mitleiden ist! Und nicht anders wussten sie ihren Gott zu lieben, als indem sie den Menschen Also sprach der Teufel einst zu mir: "auch Gott hat seine Hölle: das ist seine an's Kreuz schlugen!

    Liebe zu den Menschen." Als Leichname gedachten sie zu leben, schwarz schlugen sie ihren Leichnam Und jüngst hörte ich ihn diess Wort sagen: "Gott ist todt; an seinem Mitleiden aus; auch aus ihren Reden rieche ich noch die üble Würze von Todtenkammern. mit den Menschen ist Gott gestorben." - Und wer ihnen nahe lebt, der lebt schwarzen Teichen nahe, aus denen heraus So seid mir gewarnt vordem Mitleiden: daher kommt noch den Menschen eine die Unke ihr Lied mit süssem Tiefsinne singt.

    schwere Wolke! Wahrlich, ich verstehe mich auf Wetterzeichen! Bessere Lieder müssten sie mir singen, dass ich an ihren Erlöser glauben lerne: Merket aber auch diess Wort: alle grosse Liebe ist noch über all ihrem erlöster müssten mir seine jünger aussehen!

    Mitleiden: denn sie will das Geliebte noch - schaffen! Nackt möchte ich sie sehn: denn allein die Schönheit sollte Busse predigen. "Mich selber bringe ich meiner Liebe dar, und meinen Nächsten gleich mir" - Aber wen überredet wohl diese vermummte Trübsal! so geht die Rede allen Schaffenden. Wahrlich, ihre Erlöser selber kamen nicht aus der Freiheit und der Freiheit Alle Schaffenden aber sind hart. - siebentem Himmel! Wahrlich, sie selber wandelten niemals auf den Teppichen Also sprach Zarathustra. der Erkenntniss! Aus Lücken bestand der Geist dieser Erlöser; aber in jede Lücke hatten sie 26.Von den Priestern ihren Wahn gestellt, ihren Lückenbüsser, den sie Gott nannten. Und einstmals gab Zarathustra seinen Jüngern ein Zeichen und sprach diese In ihrem Mitleiden war ihr Geist ertrunken, und wenn sie schwollen und Worte zu ihnen: überschwollen von Mitleiden, schwamm immer obenauf eine grosse Thorheit. "Hier sind Priester: und wenn es auch meine Feinde sind, geht mir still an Eifrig trieben sie und mit Geschrei ihre Heerde über ihren Steg: wie als ob es ihnen vorüber und mit schlafendem Schwerte! zur Zukunft nur Einen Steg gäbe! Wahrlich, auch diese Hirten gehörten noch zu Auch unter ihnen sind Helden; Viele von ihnen litten zuviel -: so wollen sie den Schafen! Andre leiden machen. Kleine Geister und umfängliche Seelen hatten diese Hirten: aber, meine Brüder, Böse Feinde sind sie: Nichts ist rachsüchtiger als ihre Demuth. Und leicht was für kleine Länder waren bisher auch die umfänglichsten Seelen! besudelt sich Der, welcher sie angreift. Blutzeichen schrieben sie auf den Weg, den sie giengen, und ihre Thorheit Aber mein Blut ist mit dem ihren verwandt; und ich will mein Blut auch noch lehrte, dass man mit Blut die Wahrheit beweise. in dem ihren geehrt wissen." - Aber Blut ist der schlechteste Zeuge der Wahrheit; Blut vergiftet die reinste Und als sie vorüber gegangen waren, fiel Zarathustra der Schmerz an; und Lehre noch zu Wahn und Hass der Herzen. nicht lange hatte er mit seinem Schmerze gerungen, da hub er also an zu reden: Und wenn Einer durch's Feuer geht für seine Lehre, - was beweist diess! Mehr Es jammert mich dieser Priester. Sie gehen mir auch wider den Geschmack; ist's wahrlich, dass aus eignem Brande die eigne Lehre kommt! aber das ist mir das Geringste, seit ich unter Menschen bin. Schwüles Herz und kalter Kopf: wo diess zusammentrifft, da entsteht der Aber ich leide und litt mit ihnen: Gefangene sind es mir und Abgezeichnete. Brausewind, der "Erlöser". Der, welchen sie Erlöser nennen, schlug sie in Banden: - Grössere gab es wahrlich und Höher-Geborene, als Die, welche das Volk In Banden falscher Werthe und Wahn-Worte! Ach dass Einer sie noch von Erlöser nennt, diese hinreissenden Brausewinde! ihrem Erlöser erlöste! Und noch von Grösseren, als alle Erlöser waren, müsst ihr, meine Brüder, Auf einem Eilande glaubten sie einst zu landen, als das Meer sie herumriss; erlöst werden, wollt ihr zur Freiheit den Weg finden! aber siehe, es war ein schlafendes Ungeheuer! Niemals noch gab es einen Übermenschen. Nackt sah ich Beide, den grössten Falsche Werthe und Wahn-Worte: das sind die schlimmsten Ungeheuer für und den kleinsten Menschen: - Sterbliche, - lange schläft und wartet in ihnen das Verhängniss. Allzuähnlich sind sie noch einander. Wahrlich, auch den Grössten fand ich - Aber endlich kommt es und wacht und frisst und schlingt, was auf ihm sich allzumenschlich! Hütten baute. Also sprach Zarathustra. Oh seht mir doch diese Hütten an, die sich diese Priester bauten! Kirchen 27.Von den Tugendhaften heissen sie ihre süssduftenden Höhlen.

    Oh über diess verfälschte Licht, diese versumpfte Luft! Hier, wo die Seele zu Mit Donnern und himmlischen Feuerwerken muss man zu schlaffen und ihrer Höhe hinauf - nicht fliegen darf! schlafenden Sinnen reden.

    Sondern also gebietet ihr Glaube: "auf den Knien die Treppe hinan, ihr Aber der Schönheit Stimme redet leise: sie schleicht sich nur in die

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    aufgewecktesten Seelen. Mit ihrer Tugend wollen sie ihren Feinden die Augen auskratzen; und sie Leise erbebte und lachte mir heut mein Schild; das ist der Schönheit heiliges erheben sich nur, um Andre zu erniedrigen. Lachen und Beben. Und wiederum giebt es Solche, die sitzen in ihrem Sumpfe und reden also Über euch, ihr Tugendhaften, lachte heut meine Schönheit. Und also kam ihre heraus aus dem Schilfrohr: "Tugend - das ist still im Sumpfe sitzen. Stimme zu mir: "sie wollen noch - bezahlt sein!" Wir beissen Niemanden und gehen Dem aus dem Wege, der beissen will; und Ihr wollt noch bezahlt sein, ihr Tugendhaften! Wollt Lohn für Tugend und in Allem haben wir die Meinung, die man uns giebt."

    Himmel für Erden und Ewiges für euer Heute haben? Und wiederum giebt es Solche, die lieben Gebärden und denken: Tugend ist Und nun zürnt ihr mir, dass ich lehre, es giebt keinen Lohn- und Zahlmeister? eine Art Gebärde. Und wahrlich, ich lehre nicht einmal, dass Tugend ihr eigener Lohn ist. Ihre Kniee beten immer an, und ihre Hände sind Lobpreisungen der Tugend, Ach, das ist meine Trauer: in den Grund der Dinge hat man Lohn und Strafe aber ihr Herz weiss Nichts davon.

    hineingelogen - und nun auch noch in den Grund eurer Seelen, ihr Tugendhaften! Und wiederum giebt es Solche, die halten es für Tugend, zu sagen: "Tugend ist Aber dem Rüssel des Ebers gleich soll mein Wort den Grund eurer Seelen nothwendig"; aber sie glauben im Grunde nur daran, dass Polizei nothwendig ist. aufreissen; Pflugschar will ich euch heissen. Und Mancher, der das Hohe an den Menschen nicht sehen kann, nennt es Alle Heimlichkeiten eures Grundes sollen an's Licht; und wenn ihr aufgewühlt Tugend, dass er ihr Niedriges allzunahe sieht: also heisst er seinen bösen Blick und zerbrochen in der Sonne liegt, wird auch eure Lüge von eurer Wahrheit Tugend.

    ausgeschieden sein. Und Einige wollen erbaut und aufgerichtet sein und heissen es Tugend; und Denn diess ist eure Wahrheit: ihr seid zureinlich für den Schmutz der Worte: Andre wollen umgeworfen sein - und heissen es auch Tugend. Rache, Strafe, Lohn, Vergeltung. Und derart glauben fast Alle daran, Antheil zu haben an der Tugend; und zum Ihr liebt eure Tugend, wie die Mutter ihr Kind; aber wann hörte man, dass eine Mindesten will ein jeder Kenner sein über "gut" und "böse". Mutter bezahlt sein wollte für ihre Liebe? Aber nicht dazu kam Zarathustra, allen diesen Lügnern und Narren zu sagen: Es ist euer liebstes Selbst, eure Tugend. Des Ringes Durst ist in euch: sich "was wisst ihr von Tugend! Was könntet ihr von Tugend wissen!" - selber wieder zu erreichen, dazu ringt und dreht sich jeder Ring. Sondern, dass ihr, meine Freunde, der alten Worte müde würdet, welche ihr Und dem Sterne gleich, der erlischt, ist jedes Werk eurer Tugend: immer ist von den Narren und Lügnern gelernt habt: sein Licht noch unterwegs und wandert - und wann wird es nicht mehr unterwegs Müde würdet der Worte "Lohn," "Vergeltung," "Strafe," "Rache in der sein? Gerechtigkeit" -

    Also ist das Licht eurer Tugend noch unterwegs, auch wenn das Werk gethan Müde würdet zu sagen: "dass eine Handlung gut ist, das macht, sie ist ist. Mag es nun vergessen und todt sein: sein Strahl von Licht lebt noch und selbstlos."

    wandert. Ach, meine Freunde! Dass euer Selbst in der Handlung sei, wie die Mutter im Dass eure Tugend euer Selbst sei und nicht ein Fremdes, eine Haut, eine Kinde ist: das sei mir euer Wort von Tugend! Bemäntelung: das ist die Wahrheit aus dem Grunde eurer Seele, ihr Tugendhaften! Wahrlich, ich nahm euch wohl hundert Worte und eurer Tugend liebste - Spielwerke; und nun zürnt ihr mir, wie Kinder zürnen. Aber wohl giebt es Solche, denen Tugend der Krampf unter einer Peitsche Sie spielten am Meere, - da kam die Welle und riss ihnen ihr Spielwerk in die heisst: und ihr habt mir zuviel auf deren Geschrei gehört! Tiefe: nun weinen sie.

    Und Andre giebt es, die heissen Tugend das Faulwerden ihrer Laster; und Aber die selbe Welle soll ihnen neue Spielwerke bringen und neue bunte wenn ihr Hass und ihre Eifersucht einmal die Glieder strecken, wird ihre Muscheln vor sie hin ausschütten! "Gerechtigkeit" munter und reibt sich die verschlafenen Augen. So werden sie getröstet sein; und gleich ihnen sollt auch ihr, meine Freunde, Und Andre giebt es, die werden abwärts gezogen: ihre Teufel ziehn sie. Aber je eure Tröstungen haben - und neue bunte Muscheln! -

    mehr sie sinken, um so glühender leuchtet ihr Auge und die Begierde nach ihrem Also sprach Zarathustra. Gotte. 28.Vom Gesindel Ach, auch deren Geschrei drang zu euren Ohren, ihr Tugendhaften: was ich Das Leben ist ein Born der Lust; aber wo das Gesindel mit trinkt, da sind alle nicht bin, das, das ist mir Gott und Tugend! Brunnen vergiftet. Und Andre giebt es, die kommen schwer und knarrend daher, gleich Wägen, Allem Reinlichen bin ich hold; aber ich mag die grinsenden Mäuler nicht sehn die Steine abwärts fahren: die reden viel von Würde und Tugend, - ihren und den Durst der Unreinen. Hemmschuh heissen sie Tugend! Sie warfen ihr Auge hinab in den Brunnen: nun glänzt mir ihr widriges Lächeln Und Andre giebt es, die sind gleich Alltags-Uhren, die aufgezogen wurden; sie herauf aus dem Brunnen. machen ihr Tiktak und wollen, dass man Tiktak - Tugend heisse. Das heilige Wasser haben sie vergiftet mit ihrer Lüsternheit; und als sie ihre Wahrlich, an Diesen habe ich meine Lust: wo ich solche Uhren finde, werde ich schmutzigen Träume Lust nannten, vergifteten sie auch noch die Worte. sie mit meinem Spotte aufziehn; und sie sollen mir dabei noch schnurren! Unwillig wird die Flamme, wenn sie ihre feuchten Herzen an's Feuer legen; der Und Andre sind stolz über ihre Handvoll Gerechtigkeit und begehen um Geist selber brodelt und raucht, wo das Gesindel an's Feuer tritt. ihrerwillen Frevel an allen Dingen: also dass die Welt in ihrer Ungerechtigkeit Süsslich und übermürbe wird in ihrer Hand die Frucht: windfällig und ertränkt wird. wipfeldürr macht ihr Blick den Fruchtbaum. Ach, wie übel ihnen das Wort "Tugend" aus dem Munde läuft! Und wenn sie Und Mancher, der sich vom Leben abkehrte, kehrte sich nur vom Gesindel ab: sagen: "ich bin gerecht," so klingt es immer gleich wie: "ich bin gerächt!" er wollte nicht Brunnen und Flamme und Frucht mit dem Gesindel theilen.

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    Und Mancher, der in die Wüste gieng und mit Raubthieren Durst litt, wollte Rath räth er seinen Feinden und Allem, was spuckt und speit: hütet euch gegen nur nicht mit schmutzigen Kameeltreibern um die Cisterne sitzen. den Wind zu speien! Und Mancher, der wie ein Vernichter daher kam und wie ein Hagelschlag allen Also sprach Zarathustra.

    Fruchtfeldern, wollte nur seinen Fuss dem Gesindel in den Rachen setzen und 29.Von den Taranteln also seinen Schlund stopfen. Siehe, das ist der Tarantel Höhle! Willst du sie selber sehn? Hier hängt ihr Netz: Und nicht das ist der Bissen, an dem ich am meisten würgte, zu wissen, dass rühre daran, dass es erzittert. das Leben selber Feindschaft nöthig hat und Sterben und Marterkreuze: - Da kommt sie willig: willkommen, Tarantel! Schwarz sitzt auf deinem Rücken Sondern ich fragte einst und erstickte fast an meiner Frage: wie? hat das Leben dein Dreieck und Wahrzeichen; und ich weiss auch, was in deiner Seele sitzt. auch das Gesindel nöthig? Rache sitzt in deiner Seele: wohin du beissest, da wächst schwarzer Schorf; mit Sind vergiftete Brunnen nöthig und stinkende Feuer und beschmutzte Träume Rache macht dein Gift die Seele drehend! und Maden im Lebensbrode? Also rede ich zu euch im Gleichniss, die ihr die Seelen drehend macht, ihr Nicht mein Hass, sondern mein Ekel frass mir hungrig am Leben! Ach, des Prediger der Gleichheit! Taranteln seid ihr mir und versteckte Rachsüchtige! Geistes wurde ich oft müde, als ich auch das Gesindel geistreich fand! Aber ich will eure Verstecke schon an's Licht bringen: darum lache ich euch in's Und den Herrschenden wandt'ich den Rücken, als ich sah, was sie jetzt Antlitz mein Gelächter der Höhe. Herrschen nennen: schachern und markten um Macht - mit dem Gesindel! Darum reisse ich an eurem Netze, dass eure Wuth euch aus eurer Lügen-Höhle Unter Völkern wohnte ich fremder Zunge, mit verschlossenen Ohren: dass mir locke, und eure Rache hervorspringe hinter eurem Wort "Gerechtigkeit." ihres Schacherns Zunge fremd bliebe und ihr Markten um Macht. Denn dass der Mensch erlöst werde von der Rache: das ist mir die Brücke zur Und die Nase mir haltend, gieng ich unmuthig durch alles Gestern und Heute: höchsten Hoffnung und ein Regenbogen nach langen Unwettern. wahrlich, übel riecht alles Gestern und Heute nach dem schreibenden Gesindel! Aber anders wollen es freilich die Taranteln. "Das gerade heisse uns Einem Krüppel gleich, der taub und blind und stumm wurde: also lebte ich Gerechtigkeit, dass die Welt voll werde von den Unwettern unsrer Rache" - also lange, dass ich nicht mit Macht- und Schreib- und Lust-Gesindel lebte. reden sie mit einander. Mühsam stieg mein Geist Treppen, und vorsichtig; Almosen der Lust waren "Rache wollen wir üben und Beschimpfung an Allen, die uns nicht gleich sind" sein Labsal; am Stabe schlich dem Blinden das Leben. - so geloben sich die Tarantel-Herzen. Was geschah mir doch? Wie erlöste ich mich vom Ekel? Wer verjüngte mein "Und `Wille zur Gleichheit` - das selber soll fürderhin der Name für Tugend Auge? Wie erflog ich die Höhe, wo kein Gesindel mehr am Brunnen sitzt? werden; und gegen Alles, was Macht hat, wollen wir unser Geschrei erheben!" Schuf mein Ekel selber mir Flügel und quellenahnende Kräfte? Wahrlich, in's Ihr Prediger der Gleichheit, der Tyrannen-Wahnsinn der Ohnmacht schreit Höchste musste ich fliegen, dass ich den Born der Lust wiederfände! also aus euch nach "Gleichheit": eure heimlichsten Tyrannen-Gelüste Oh, ich fand ihn, meine Brüder! Hier im Höchsten quillt mir der Born der Lust! vermummen sich also in Tugend-Worte! Und es giebt ein Leben, an dem kein Gesindel mit trinkt! Vergrämter Dünkel, verhaltener Neid, vielleicht eurer Väter Dünkel und Neid: Fast zu heftig strömst du mir, Quell der Lust! Und oft leerst du den Becher aus euch bricht's als Flamme heraus und Wahnsinn der Rache. wieder, dadurch dass du ihn füllen willst! Was der Vater schwieg, das kommt im Sohne zum Reden; und oft fand ich den Und noch muss ich lernen, bescheidener dir zu nahen: allzuheftig strömt dir Sohn als des Vaters entblösstes Geheimniss. noch mein Herz entgegen: - Den Begeisterten gleichen sie: aber nicht das Herz ist es, was sie begeistert, - Mein Herz, auf dem mein Sommer brennt, der kurze, heisse, schwermüthige, sondern die Rache. Und wenn sie fein und kalt werden, ist's nicht der Geist, überselige: wie verlangt mein Sommer-Herz nach deiner Kühle! sondern der Neid, der sie fein und kalt macht. Vorbei die zögernde Trübsal meines Frühlings! Vorüber die Bosheit meiner Ihre Eifersucht führt sie auch auf der Denker Pfade; und diess ist das Merkmal Schneeflocken im Juni! Sommer wurde ich ganz und Sommer-Mittag! ihrer Eifersucht - immer gehn sie zu weit: dass ihre Müdigkeit sich zuletzt noch Ein Sommer im Höchsten mit kalten Quellen und seliger Stille: oh kommt, auf Schnee schlafen legen muss. meine Freunde, dass die Stille noch seliger werde! Denn diess ist unsre Höhe und Aus jeder ihrer Klagen tönt Rache, in jedem ihrer Lobsprüche ist ein Wehethun; unsre Heimat: zu hoch und steil wohnen wir hier allen Unreinen und ihrem und Richter-sein scheint ihnen Seligkeit. Durste. Werft nur eure reinen Augen in den Born meiner Lust, ihr Freunde! Wie Also aber rathe ich euch, meine Freunde: misstraut Allen, in welchen der Trieb, sollte er darob trübe werden! Entgegenlachen soll er euch mit seiner Reinheit. zu strafen, mächtig ist! Auf dem Baume Zukunft bauen wir unser Nest; Adler sollen uns Einsamen Das ist Volk schlechter Art und Abkunft; aus ihren Gesichtern blickt der Speise bringen in ihren Schnäbeln! Henker und der Spürhund. Wahrlich, keine Speise, an der Unsaubere mitessen dürften! Feuer würden sie Misstraut allen Denen, die viel von ihrer Gerechtigkeit reden! Wahrlich, ihren zu fressen wähnen und sich die Mäuler verbrennen! Seelen fehlt es nicht nur an Honig. Wahrlich, keine Heimstätten halten wir hier bereit für Unsaubere! Eishöhle Und wenn sie sich selber "die Guten und Gerechten" nennen, so vergesst nicht, würde ihren Leibern unser Glück heissen und ihren Geistern! dass ihnen zum Pharisäer Nichts fehlt als - Macht! Und wie starke Winde wollen wir über ihnen leben, Nachbarn den Adlern, Meine Freunde, ich will nicht vermischt und verwechselt werden. Nachbarn dem Schnee, Nachbarn der Sonne: also leben starke Winde. Es giebt Solche, die predigen meine Lehre vom Leben: und zugleich sind sie Und einem Winde gleich will ich einst noch zwischen sie blasen und mit Prediger der Gleichheit und Taranteln. meinem Geiste ihrem Geiste den Athem nehmen: so will es meine Zukunft. Dass sie dem Leben zu Willen reden, ob sie gleich in ihrer Höhle sitzen, diese Wahrlich, ein starker Wind ist Zarathustra allen Niederungen; und solchen Gift-Spinnen, und abgekehrt vom Leben: das macht, sie wollen damit wehethun.

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    Solchen wollen sie damit wehethun, die jetzt die Macht haben: denn bei diesen Ihn zu jagen aus seinem Schlupfe - das hiess immer dem Volke "Sinn für das ist noch die Predigt vom Tode am besten zu Hause. Rechte": gegen ihn hetzt es noch immer seine scharfzahnigsten Hunde. Wäre es anders, so würden die Taranteln anders lehren: und gerade sie waren "Denn die Wahrheit ist da: ist das Volk doch da! Wehe, wehe den Suchenden!" ehemals die besten Welt-Verleumder und Ketzer-Brenner. - also scholl es von jeher.

    Mit diesen Predigern der Gleichheit will ich nicht vermischt und verwechselt Eurem Volke wolltet ihr Recht schaffen in seiner Verehrung: das hiesset ihr sein. Denn so redet mir die Gerechtigkeit: "die Menschen sind nicht gleich." "Wille zur Wahrheit," ihr berühmten Weisen!

    Und sie sollen es auch nicht werden! Was wäre denn meine Liebe zum Und euer Herz sprach immer zu sich: "vom Volke kam ich: von dort her kam Übermenschen, wenn ich anders spräche? mir auch Gottes Stimme." Auf tausend Brücken und Stegen sollen sie sich drängen zur Zukunft, und Hart-nackig und klug, dem Esel gleich, wart ihr immer als des Volkes immer mehr Krieg und Ungleichheit soll zwischen sie gesetzt sein: so lässt mich Fürsprecher.

    meine grosse Liebe reden! Und mancher Mächtige, der gut fahren wollte mit dem Volke, spannte vor Erfinder von Bildern und Gespenstern sollen sie werden in ihren Feindschaften, seine Rosse noch - ein Eselein, einen berühmten Weisen. und mit ihren Bildern und Gespenstern sollen sie noch gegeneinander den Und nun wollte ich, ihr berühmten Weisen, ihr würfet endlich das Fell des höchsten Kampf kämpfen! Löwen ganz von euch! Gut und Böse, und Reich und Arm, und Hoch und Gering, und alle Namen der Das Fell des Raubthiers, das buntgefleckte, und die Zotten des Forschenden, Werthe: Waffen sollen es sein und klirrende Merkmale davon, dass das Leben sich Suchenden, Erobernden!

    immer wieder selber überwinden muss! Ach, dass ich an eure "Wahrhaftigkeit" glauben lerne, dazu müsstet ihr mir erst In die Höhe will es sich bauen mit Pfeilern und Stufen, das Leben selber: in euren verehrenden Willen zerbrechen.

    weite Fernen will es blicken und hinaus nach seligen Schönheiten, - darum Wahrhaftig - so heisse ich Den, der in götterlose Wüsten geht und sein braucht es Höhe! verehrendes Herz zerbrochen hat. Und weil es Höhe braucht, braucht es Stufen und Widerspruch der Stufen und Im gelben Sande und verbrannt von der Sonne schielt er wohl durstig nach den Steigenden! Steigen will das Leben und steigend sich überwinden. quellenreichen Eilanden, wo Lebendiges unter dunkeln Bäumen ruht. Und seht mir doch, meine Freunde! Hier, wo der Tarantel Höhle ist, heben sich Aber sein Durst überredet ihn nicht, diesen Behaglichen gleich zu werden: eines alten Tempels Trümmer aufwärts, - seht mir doch mit erleuchteten Augen denn wo Oasen sind, da sind auch Götzenbilder.

    hin! Hungernd, gewaltthätig, einsam, gottlos: so will sich selber der Löwen-Wille. Wahrlich, wer hier einst seine Gedanken in Stein nach Oben thürmte, um das Frei von dem Glück der Knechte, erlöst von Göttern und Anbetungen, furchtlos Geheimniss alles Lebens wusste er gleich dem Weisesten! und fürchterlich, gross und einsam: so ist der Wille des Wahrhaftigen. Dass Kampf und Ungleiches auch noch in der Schönheit sei und Krieg um In der Wüste wohnten von je die Wahrhaftigen, die freien Geister, als der Macht und Übermacht: das lehrt er uns hier im deutlichsten Gleichniss. Wüste Herren; aber in den Städten wohnen die gutgefütterten, berühmten Weisen, Wie sich göttlich hier Gewölbe und Bogen brechen, im Ringkampfe: wie mit - die Zugthiere.

    Licht und Schatten sie wider einander streben, die göttlich-Strebenden - Immer nämlich ziehen sie, als Esel - des Volkes Karren! Also sicher und schön lasst uns auch Feinde sein, meine Freunde! Göttlich Nicht dass ich ihnen darob zürne: aber Dienende bleiben sie mir und wollen wir wider einander streben! - Angeschirrte, auch wenn sie von goldnem Geschirre glänzen. Wehe! Da biss mich selber die Tarantel, meine alte Feindin! Göttlich sicher und Und oft waren sie gute Diener und preiswürdige. Denn so spricht die Tugend: schön biss sie mich in den Finger! musst du Diener sein, so suche Den, welchem dein Dienst am besten nützt! "Strafe muss sein und Gerechtigkeit - so denkt sie: nicht umsonst soll er hier "Der Geist und die Tugend deines Herrn sollen wachsen, dadurch dass du sein der Feindschaft zu Ehren Lieder singen!" Diener bist: so wächsest du selber mit seinem Geiste und seiner Tugend!" Ja, sie hat sich gerächt! Und wehe! nun wird sie mit Rache auch noch meine Und wahrlich, ihr berühmten Weisen, ihr Diener des Volkes! Ihr selber Seele drehend machen! wuchset mit des Volkes Geist und Tugend - und das Volk durch euch! Zu euren Dass ich mich aber nicht drehe, meine Freunde, bindet mich fest hier an diese Ehren sage ich das!

    Säule! Lieber noch Säulen-Heiliger will ich sein, als Wirbel der Rachsucht! Aber Volk bleibt ihr mir auch noch in euren Tugenden, Volk mit blöden Augen, Wahrlich, kein Dreh- und Wirbelwind ist Zarathustra; und wenn er ein Tänzer - Volk, das nicht weiss, was Geist ist!

    ist, nimmermehr doch ein Tarantel-Tänzer! - Geist ist das Leben, das selber in's Leben schneidet: an der eignen Qual mehrt Also sprach Zarathustra. es sich das eigne Wissen, - wusstet ihr das schon? Und des Geistes Glück ist diess: gesalbt zu sein und durch Thränen geweiht 30.Von den berühmten Weisen zum Opferthier, - wusstet ihr das schon? Dem Volke habt ihr gedient und des Volkes Aberglauben, ihr berühmten Und die Blindheit des Blinden und sein Suchen und Tappen soll noch von der Weisen alle! - und nicht der Wahrheit! Und gerade darum zollte man euch Macht der Sonne zeugen, in die er schaute, - wusstet ihr das schon? Ehrfurcht. Und mit Bergen soll der Erkennende bauen lernen! Wenig ist es, dass der Geist Und darum auch ertrug man euren Unglauben, weil er ein Witz und Umweg Berge versetzt, - wusstet ihr das schon? war zum Volke. So lässt der Herr seine Sclaven gewähren und ergötzt sich noch an Ihr kennt nur des Geistes Funken: aber ihr seht den Ambos nicht, der er ist, ihrem Übermuthe. und nicht die Grausamkeit seines Hammers! Aber wer dem Volke verhasst ist wie ein Wolf den Hunden: das ist der freie Wahrlich, ihr kennt des Geistes Stolz nicht! Aber noch weniger würdet ihr des Geist, der Fessel-Feind, der Nicht-Anbeter, der in Wäldern Hausende.

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    Geistes Bescheidenheit ertragen, wenn sie einmal reden wollte! Wer immer schenkt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer Und niemals noch durftet ihr euren Geist in eine Grube von Schnee werfen: ihr austheilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austheilen. seid nicht heiss genug dazu! So kennt ihr auch die Entzückungen seiner Kälte Mein Auge quillt nicht mehr über vor der Scham der Bittenden; meine Hand nicht. wurde zu hart für das Zittern gefüllter Hände.

    In Allem aber thut ihr mir zu vertraulich mit dem Geiste; und aus der Weisheit Wohin kam die Thräne meinem Auge und der Flaum meinem Herzen? Oh machtet ihr oft ein Armen- und Krankenhaus für schlechte Dichter. Einsamkeit aller Schenkenden! Oh Schweigsamkeit aller Leuchtenden! Ihr seid keine Adler: so erfuhrt ihr auch das Glück im Schrekken des Geistes Viel Sonnen kreisen im öden Räume: zu Allem, was dunkel ist, reden sie mit nicht. Und wer kein Vogel ist, soll sich nicht über Abgründen lagern. ihrem Lichte, - mir schweigen sie. Ihr seid mir Laue: aber kalt strömt jede tiefe Erkenntniss. Eiskalt sind die Oh diess ist die Feindschaft des Lichts gegen Leuchtendes, erbarmungslos innersten Brunnen des Geistes: ein Labsal heissen Händen und Handelnden. wandelt es seine Bahnen.

    Ehrbar steht ihr mir da und steif und mit geradem Rücken, ihr berühmten Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen: kalt gegen Sonnen, - also Weisen! - euch treibt kein starker Wind und Wille. wandelt jede Sonne.

    Saht ihr nie ein Segel über das Meer gehn, geründet und gebläht und zitternd Einem Sturme gleich fliegen die Sonnen ihre Bahnen, das ist ihr Wandeln. vor dem Ungestüm des Windes? Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte. Dem Segel gleich, zitternd vor dem Ungestüm des Geistes, geht meine Weisheit Oh, ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus über das Meer - meine wilde Weisheit! Leuchtendem! Oh, ihr erst trinkt euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern! Aber ihr Diener des Volkes, ihr berühmten Weisen, - wie könntet ihr mit mir Ach, Eis ist um mich, meine Hand verbrennt sich an Eisigem! Ach, Durst ist in gehn! - mir, der schmachtet nach eurem Durste!

    Also sprach Zarathustra. Nacht ist es: ach dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nächtigem! Und

    Einsamkeit! 31.Das Nachtlied Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen, - nach Rede Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen. Und auch meine verlangt mich. Seele ist ein springender Brunnen. Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen. Und auch meine Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist ein springender Brunnen. Seele ist das Lied eines Liebenden. Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir; das will laut werden. Eine Begierde Seele ist das Lied eines Liebenden. - nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe. Also sang Zarathustra. Licht bin ich: ach, dass ich Nacht wäre! Aber diess ist meine Einsamkeit, dass 32.Das Tanzlied ich von Licht umgürtet bin.

    Ach, dass ich dunkel wäre und nächtig! Wie wollte ich an den Brüsten des Eines Abends gieng Zarathustra mit seinen Jüngern durch den Wald; und als Lichts saugen! er nach einem Brunnen suchte, siehe, da kam er auf eine grüne Wiese, die von Und euch selber wollte ich noch segnen, ihr kleinen Funkelsterne und Bäumen und Gebüsch still umstanden war: auf der tanzten Mädchen mit einander. Leuchtwürmer droben! - und selig sein ob eurer Licht-Geschenke. Sobald die Mädchen Zarathustra erkannten, liessen sie vom Tanze ab; Zarathustra Aber ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, aber trat mit freundlicher Gebärde zu ihnen und sprach diese Worte: die aus mir brechen. "Lasst vom Tanze nicht ab, ihr lieblichen Mädchen! Kein Spielverderber kam Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht; und oft träumte mir davon, dass zu euch mit bösem Blick, kein Mädchen-Feind.

    Stehlen noch seliger sein müsse, als Nehmen. Gottes Fürsprecher bin ich vor dem Teufel: der aber ist der Geist der Schwere. Das ist meine Armuth, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das Wie sollte ich, ihr Leichten, göttlichen Tänzen feind sein? Oder Mädchen-Füssen ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der mit schönen Knöcheln?

    Sehnsucht. Wohl bin ich ein Wald und eine Nacht dunkler Bäume: doch wer sich vor Oh Unseligkeit aller Schenkenden! Oh Verfinsterung meiner Sonne! Oh meinem Dunkel nicht scheut, der findet auch Rosenhänge unter meinen Begierde nach Begehren! Oh Heisshunger in der Sättigung! Cypressen.

    Sie nehmen von mir: aber rühre ich noch an ihre Seele? Eine Kluft ist zwischen Und auch den kleinen Gott findet er wohl, der den Mädchen der liebste ist: Geben und Nehmen; und die kleinste Kluft ist am letzten zu überbrücken. neben dem Brunnen liegt er, still, mit geschlossenen Augen. Ein Hunger wächst aus meiner Schönheit: wehethun möchte ich Denen, Wahrlich, am hellen Tage schlief er mir ein, der Tagedieb! Haschte er wohl zu welchen ich leuchte, berauben möchte ich meine Beschenkten: - also hungere ich viel nach Schmetterlingen? nach Bosheit. Zürnt mir nicht, ihr schönen Tanzenden, wenn ich den kleinen Gott ein Wenig Die Hand zurückziehend, wenn sich schon ihr die Hand entgegenstreckt; dem züchtige! Schreien wird er wohl und weinen, - aber zum Lachen ist er noch im Wasserfälle gleich zögernd, der noch im Sturze zögert: - also hungere ich nach Weinen! Bosheit. Und mit Thränen im Auge soll er euch um einen Tanz bitten; und ich selber Solche Rache sinnt meine Fülle aus; solche Tücke quillt aus meiner will ein Lied zu seinem Tanze singen:

    Einsamkeit. Ein Tanz- und Spottlied auf den Geist der Schwere, meinen allerhöchsten Mein Glück im Schenken erstarb im Schenken, meine Tugend wurde ihrer grossmächtigsten Teufel, von dem sie sagen, dass er `der Herr der Welt` sei." - selber müde an ihrem Überflusse! Und diess ist das Lied, welches Zarathustra sang, als Cupido und die Mädchen

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zusammen tanzten. Also sprach Zarathustra.

In dein Auge schaute ich jüngst, oh Leben! Und in's Unergründliche schien ich 33.Das Grablied mir da zu sinken. "Dort ist die Gräberinsel, die schweigsame; dort sind auch die Gräber meiner Aber du zogst mich mit goldner Angel heraus; spöttisch lachtest du, als ich dich Jugend. Dahin will ich einen immergrünen Kranz des Lebens tragen." unergründlich nannte. Also im Herzen beschliessend fuhr ich über das Meer. - "So geht die Rede aller Fische, sprachst du; was sie nicht ergründen, ist Oh ihr, meiner Jugend Gesichte und Erscheinungen! Oh, ihr Blicke der Liebe unergründlich. alle, ihr göttlichen Augenblicke! Wie starbt ihr mir so schnell! Ich gedenke eurer Aber veränderlich bin ich nur und wild und in Allem ein Weib, und kein heute wie meiner Todten. tugendhaftes: Von euch her, meinen liebsten Todten, kommt mir ein süsser Geruch, ein herz- Ob ich schon euch Männern `die Tiefe` heisse oder `die Treue`, `die Ewige`, und thränenlösender. Wahrlich, er erschüttert und löst das Herz dem einsam `die Geheimnissvolle.` - Schiffenden. Doch ihr Männer beschenkt uns stets mit den eignen Tugenden - ach, ihr Immer noch bin ich der Reichste und Bestzubeneidende - ich der Einsamste! Tugendhaften!" Denn ich hatte euch doch, und ihr habt mich noch: sagt, wem fielen, wie mir, Also lachte sie, die Unglaubliche; aber ich glaube ihr niemals und ihrem solche Rosenäpfel vom Baume? Lachen, wenn sie bös von sich selber spricht. Immer noch bin ich eurer Liebe Erbe und Erdreich, blühend zu eurem Und als ich unter vier Augen mit meiner wilden Weisheit redete, sagte sie mir Gedächtnisse von bunten wildwachsenen Tugenden, oh ihr Geliebtesten! zornig: "Du willst, du begehrst, du liebst, darum allein lobst du das Leben!" Ach, wir waren gemacht, einander nahe zu bleiben, ihr holden fremden Fast hätte ich da bös geantwortet und der Zornigen die Wahrheit gesagt; und Wunder; und nicht schüchternen Vögeln gleich kamt ihr zu mir und meiner man kann nicht böser antworten, als wenn man seiner Weisheit "die Wahrheit Begierde - nein, als Trauende zu dem Trauenden! sagt." Ja, zur Treue gemacht, gleich mir, und zu zärtlichen Ewigkeiten: muss ich nun So nämlich steht es zwischen uns Dreien. Von Grund aus liebe ich nur das euch nach eurer Untreue heissen, ihr göttlichen Blicke und Augenblicke: keinen Leben - und, wahrlich, am meisten dann, wenn ich es hasse! andern Namen lernte ich noch. Dass ich aber der Weisheit gut bin und oft zu gut: das macht, sie erinnert mich Wahrlich, zu schnell starbt ihr mir, ihr Flüchtlinge. Doch floht ihr mich nicht, gar sehr an das Leben! noch floh ich euch: unschuldig sind wir einander in unsrer Untreue. Sie hat ihr Auge, ihr Lachen und sogar ihr goldnes Angelrüthchen: was kann Mich zu tödten, erwürgte man euch, ihr Singvögel meiner Hoffnungen! Ja, ich dafür, dass die Beiden sich so ähnlich sehen? nach euch, ihr Liebsten, schoss immer die Bosheit Pfeile - mein Herz zu treffen! Und als mich einmal das Leben fragte: Wer ist denn das, die Weisheit? - da Und sie traf! Wart ihr doch stets mein Herzlichstes, mein Besitz und mein sagte ich eifrig: "Ach ja! die Weisheit! Besessen-sein: darum musstet ihr jung sterben und allzu frühe! Man dürstet um sie und wird nicht satt, man blickt durch Schleier, man hascht Nach dem Verwundbarsten, das ich besass, schoss man den Pfeil: das waret ihr, durch Netze. denen die Haut einem Flaume gleich ist und mehr noch dem Lächeln, das an Ist sie schön? Was weiss ich! Aber die ältesten Karpfen werden noch mit ihr einem Blick erstirbt! geködert. Aber diess Wort will ich zu meinen Feinden reden: was ist alles Veränderlich ist sie und trotzig; oft sah ich sie sich die Lippe beissen und den Menschen-Morden gegen Das, was ihr mir thatet! Kamm wider ihres Haares Strich führen. Böseres thatet ihr mir, als aller Menschen-Mord ist; Unwiederbringliches Vielleicht ist sie böse und falsch, und in Allem ein Frauenzimmer; aber wenn nahmt ihr mir: - also rede ich zu euch, meine Feinde! sie von sich selber schlecht spricht, da gerade verführt sie am meisten." Mordetet ihr doch meiner Jugend Gesichte und liebste Wunder! Meine Als ich diess zu dem Leben sagte, da lachte es boshaft und machte die Augen zu. Gespielen nahmt ihr mir, die seligen Geister! Ihrem Gedächtnisse lege ich diesen "Von wem redest du doch? sagte sie, wohl von mir? Kranz und diesen Fluch nieder. Und wenn du Recht hättest, - sagt man das mir so in's Gesicht! Aber nun sprich Diesen Fluch gegen euch, meine Feinde! Machtet ihr doch mein Ewiges kurz, doch auch von deiner Weisheit!" wie ein Ton zerbricht in kalter Nacht! Kaum als Aufblinken göttlicher Augen kam Ach, und nun machtest du wieder dein Auge auf, oh geliebtes Leben! Und in's es mir nur, - als Augenblick! Unergründliche schien ich mir wieder zu sinken. - Also sprach zur guten Stunde einst meine Reinheit: "göttlich sollen mir alle Also sang Zarathustra. Als aber der Tanz zu Ende und die Mädchen Wesen sein." fortgegangen waren, wurde er traurig. Da überfielt ihr mich mit schmutzigen Gespenstern; ach, wohin floh nun jene "Die Sonne ist lange schon hinunter, sagte er endlich; die Wiese ist feucht, von gute Stunde! den Wäldern her kommt Kühle. "Alle Tage sollen mir heilig sein" - so redete einst die Weisheit meiner Jugend: Ein Unbekanntes ist um mich und blickt nachdenklich. Was! Du lebst noch, wahrlich, einer fröhlichen Weisheit Rede! Zarathustra? Aber da stahlt ihr Feinde mir meine Nächte und verkauftet sie zu schlafloser Warum? Wofür? Wodurch? Wohin? Wo? Wie? Ist es nicht Thorheit, noch zu Qual: ach, wohin floh nun jene fröhliche Weisheit? leben? - Einst begehrte ich nach glücklichen Vogelzeichen: da führtet ihr mir ein Ach, meine Freunde, der Abend ist es, der so aus mir fragt. Vergebt mir meine Eulen-Unthier über den Weg, ein widriges. Ach, wohin floh da meine zärtliche Traurigkeit! Begierde? Abend ward es: vergebt mir, dass es Abend ward!" Allem Ekel gelobte ich einst zu entsagen: da verwandeltet ihr meine Nahen und

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Nächsten in Eiterbeulen. Ach, wohin floh da mein edelstes Gelöbniss? wird.

    Als Blinder gieng ich einst selige Wege: da warft ihr Unflath auf den Weg des Ihr wart es, ihr Weisesten, die solche Gäste in diesen Nachen setzten und ihnen Blinden: und nun ekelte ihn des alten Blinden-Fusssteigs. Prunk und stolze Namen gaben, - ihr und euer herrschender Wille! Und als ich mein Schwerstes that und meiner Überwindungen Sieg feierte: da Weiter trägt nun der Fluss euren Nachen: er muss ihn tragen. Wenig thut's, ob machtet ihr Die, welche mich liebten, schrein, ich thue ihnen am wehesten. die gebrochene Welle schäumt und zornig dem Kiele widerspricht! Wahrlich, das war immer euer Thun: ihr vergälltet mir meinen besten Honig Nicht der Fluss ist eure Gefahr und das Ende eures Guten und Bösen, ihr und den Fleiss meiner besten Bienen. Weisesten: sondern jener Wille selber, der Wille zur Macht, - der unerschöpfte Meiner Mildthätigkeit sandtet ihr immer die frechsten Bettler zu; um mein zeugende Lebens-Wille. Mitleiden drängtet ihr immer die unheilbar Schamlosen. So verwundetet ihr Aber damit ihr mein Wort versteht vom Guten und Bösen: dazu will ich euch meine Tugend in ihrem Glauben. noch mein Wort vom Leben sagen und von der Art alles Lebendigen. Und legte ich noch mein Heiligstes zum Opfer hin: flugs stellte eure Dem Lebendigen gieng ich nach, ich gieng die grössten und die kleinsten Wege, "Frömmigkeit" ihre fetteren Gaben dazu: also dass im Dampfe eures Fettes noch dass ich seine Art erkenne.

    mein Heiligstes erstickte. Mit hundertfachem Spiegel fieng ich noch seinen Blick auf, wenn ihm der Und einst wollte ich tanzen, wie nie ich noch tanzte: über alle Himmel weg Mund geschlossen war: dass sein Auge mir rede. Und sein Auge redete mir. wollte ich tanzen. Da überredetet ihr meinen liebsten Sänger. Aber, wo ich nur Lebendiges fand, da hörte ich auch die Rede vom Gehorsame. Und nun stimmte er eine schaurige dumpfe Weise an; ach, er tutete mir, wie Alles Lebendige ist ein Gehorchendes.

    ein düsteres Horn, zu Ohren! Und diess ist das Zweite: Dem wird befohlen, der sich nicht selber gehorchen Mörderischer Sänger, Werkzeug der Bosheit, Unschuldigster! Schon stand ich kann. So ist es des Lebendigen Art.

    bereit zum besten Tanze: da mordetest du mit deinen Tönen meine Verzückung! Diess aber ist das Dritte, was ich hörte: dass Befehlen schwerer ist, als Nur im Tanze weiss ich der höchsten Dinge Gleichniss zu reden: - und nun Gehorchen. Und nicht nur, dass der Befehlende die Last aller Gehorchenden trägt, blieb mir mein höchstes Gleichniss ungeredet in einen Gliedern! und dass leicht ihn diese Last zerdrückt: -

    Ungeredet und unerlöst blieb mir die höchste Hoffnung! Und es starben mir Ein Versuch und Wagniss erschien mir in allem Befehlen; und stets, wenn es alle Gesichte und Tröstungen meiner Jugend! befiehlt, wagt das Lebendige sich selber dran. Wie ertrug ich's nur? Wie verwand und überwand ich solche Wunden? Wie Ja noch, wenn es sich selber befiehlt: auch da noch muss es sein Befehlen erstand meine Seele wieder aus diesen Gräbern? büssen. Seinem eignen Gesetze muss es Richter und Rächer und Opfer werden. Ja, ein Unverwundbares, Unbegrabbares ist an mir, ein Felsensprengendes: Wie geschieht diess doch! so fragte ich mich. Was überredet das Lebendige, das heisst meinWille. Schweigsam schreitet es und unverändert durch die Jahre. dass es gehorcht und befiehlt und befehlend noch Gehorsam übt? Seinen Gang will er gehn auf meinen Füssen, mein alter Wille; herzenshart ist Hört mir nun mein Wort, ihr Weisesten! Prüft es ernstlich, ob ich dem Leben ihm der Sinn und unverwundbar. selber in's Herz kroch und bis in die Wurzeln seines Herzens! Unverwundbar bin ich allein an meiner Ferse. Immer noch lebst du da und bist Wo ich Lebendiges fand, da fand ich Willen zur Macht; und noch im Willen des dir gleich, Geduldigster! Immer noch brachst du dich durch alle Gräber! Dienenden fand ich den Willen, Herr zu sein.

    In dir lebt auch noch das Unerlöste meiner Jugend; und als Leben und Jugend Dass dem Stärkeren diene das Schwächere, dazu überredet es sein Wille, der sitzest du hoffend hier auf gelben Grab-Trümmern. über noch Schwächeres Herr sein will: dieser Lust allein mag es nicht entrathen. Ja, noch bist du mir aller Gräber Zertrümmerer: Heil dir, mein Wille! Und nur Und wie das Kleinere sich dem Grösseren hingiebt, dass es Lust und Macht am wo Gräber sind, giebt es Auferstehungen. - Kleinsten habe: also giebt sich auch das Grösste noch hin und setzt um der Macht Also sang Zarathustra. - willen - das Leben dran.

    Das ist die Hingebung des Grössten, dass es Wagniss ist und Gefahr und um 34.Von der Selbst-Überwindung den Tod ein Würfelspielen. "Wille zur Wahrheit" heisst ihr's, ihr Weisesten, was euch treibt und brünstig Und wo Opferung und Dienste und Liebesblicke sind: auch da ist Wille, Herr macht? zu sein. Auf Schleichwegen schleicht sich da der Schwächere in die Burg und bis Wille zur Denkbarkeit alles Seienden: also heisse ich euren Willen! in's Herz dem Mächtigeren - und stiehlt da Macht. Alles Seiende wollt ihr erst denkbar machen: denn ihr zweifelt mit gutem Und diess Geheimniss redete das Leben selber zu mir. Siehe, sprach es, ich bin Misstrauen, ob es schon denkbar ist. das, was sich immer selber überwinden muss. Aber es soll sich euch fügen und biegen! So will's euer Wille. Glatt soll es "Freilich, ihr heisst es Wille zur Zeugung oder Trieb zum Zwecke, zum Höheren, werden und dem Geiste unterthan, als sein Spiegel und Widerbild. Ferneren, Vielfacheren: aber all diess ist Eins und Ein Geheimniss. Das ist euer ganzer Wille, ihr Weisesten, als ein Wille zur Macht; und auch Lieber noch gehe ich unter, als dass ich diesem Einen absagte; und wahrlich, wenn ihr vom Guten und Bösen redet und von den Werthschätzungen. Schaffen wo es Untergang giebt und Blätterfallen, siehe, da opfert sich Leben - um Macht! wollt ihr noch die Welt, vor der ihr knien könnt: so ist es eure letzte Hoffnung und Dass ich Kampf sein muss und Werden und Zweck und der Zwecke Trunkenheit. Widerspruch: ach, wer meinen Willen erräth, erräth wohl auch, auf welchen Die Unweisen freilich, das Volk, - die sind gleich dem Flusse, auf dem ein krummen Wegen er gehen muss! Nachen weiter schwimmt: und im Nachen sitzen feierlich und vermummt die Was ich auch schaffe und wie ich's auch liebe, - bald muss ich Gegner ihm sein Werthschätzungen. und meiner Liebe: so will es mein Wille. Euren Willen und eure Werthe setztet ihr auf den Fluss des Werdens; einen Und auch du, Erkennender, bist nur ein Pfad und Fusstapfen meines Willens: alten Willen zur Macht verräth mir, was vom Volke als gut und böse geglaubt

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    wahrlich, mein Wille zur Macht wandelt auch auf den Füssen deines Willens zur seine Schönheit anheben, - und dann erst will ich ihn schmecken und schmackhaft Wahrheit! finden. Der traf freilich die Wahrheit nicht, der das Wort nach ihr schoss vom `Willen Und erst, wenn er sich von sich selber abwendet, wird er über seinen eignen zum Dasein`: diesen Willen - giebt es nicht! Schatten springen - und, wahrlich! hinein in seine Sonne. Denn: was nicht ist, das kann nicht wollen; was aber im Dasein ist, wie könnte Allzulange sass er im Schatten, die Wangen bleichten dem Büsser des Geistes; das noch zum Dasein wollen! fast verhungerte er an seinen Erwartungen.

    Nur, wo Leben ist, da ist auch Wille: aber nicht Wille zum Leben, sondern - so Verachtung ist noch in seinem Auge; und Ekel birgt sich an seinem Munde. lehre ich's dich - Wille zur Macht! Zwar ruht er jetzt, aber seine Ruhe hat sich noch nicht in die Sonne gelegt. Vieles ist dem Lebenden höher geschätzt, als Leben selber; doch aus dem Dem Stiere gleich sollte er thun; und sein Glück sollte nach Erde riechen und Schätzen selber heraus redet - der Wille zur Macht!" - nicht nach Verachtung der Erde.

    Also lehrte mich einst das Leben: und daraus löse ich euch, ihr Weisesten, noch Als weissen Stier möchte ich ihn sehn, wie er schnaubend und brüllend der das Räthsel eures Herzens. Pflugschar vorangeht: und sein Gebrüll sollte noch alles Irdische preisen! Wahrlich, ich sage euch: Gutes und Böses, das unvergänglich wäre - das giebt Dunkel noch ist sein Antlitz; der Hand Schatten spielt auf ihm. Verschattet ist es nicht! Aus sich selber muss es sich immer wieder überwinden. noch der Sinn seines Auges. Mit euren Werthen und Worten von Gut und Böse übt ihr Gewalt, ihr Seine That selber ist noch der Schatten auf ihm: die Hand verdunkelt den Werthschätzenden: und diess ist eure verborgene Liebe und eurer Seele Glänzen, Handelnden. Noch hat er seine That nicht überwunden.

    Zittern und Überwallen. Wohl liebe ich an ihm den Nacken des Stiers: aber nun will ich auch noch das Aber eine stärkere Gewalt wächst aus euren Werthen und eine neue Auge des Engels sehn.

    Überwindung: an der zerbricht Ei und Eierschale. Auch seinen Helden-Willen muss er noch verlernen: ein Gehobener soll er mir Und wer ein Schöpfer sein muss im Guten und Bösen: wahrlich, der muss ein sein und nicht nur ein Erhabener: - der Äther selber sollte ihn heben, den Vernichter erst sein und Werthe zerbrechen. Willenlosen!

    Also gehört das höchste Böse zur höchsten Güte: diese aber ist die Er bezwang Unthiere, er löste Räthsel: aber erlösen sollte er auch noch seine schöpferische. - Unthiere und Räthsel, zu himmlischen Kindern sollte er sie noch verwandeln. Reden wir nur davon, ihr Weisesten, ob es gleich schlimm ist. Schweigen ist Noch hat seine Erkenntniss nicht lächeln gelernt und ohne Eifersucht sein; schlimmer; alle verschwiegenere Wahrheiten werden giftig. noch ist seine strömende Leidenschaft nicht stille geworden in der Schönheit. Und mag doch Alles zerbrechen, was an unseren Wahrheiten zerbrechen - kann! Wahrlich, nicht in der Sattheit soll sein Verlangen schweigen und untertauchen, Manches Haus giebt es noch zu bauen! sondern in der Schönheit! Die Anmuth gehört zur Grossmuth des Grossgesinnten. Also sprach Zarathustra. Den Arm über das Haupt gelegt: so sollte der Held ausruhn, so sollte er auch

    noch sein Ausruhen überwinden. 35.Von den Erhabenen Aber gerade dem Helden ist das Schöne aller Dinge Schwerstes. Unerringbar Still ist der Grund meines Meeres: wer erriethe wohl, dass er scherzhafte ist das Schöne allem heftigen Willen. Ungeheuer birgt! Ein Wenig mehr, ein Wenig weniger: das gerade ist hier Viel, das ist hier das Unerschütterlich ist meine Tiefe: aber sie glänzt von schwimmenden Räthseln Meiste. und Gelächtern. Mit lässigen Muskeln stehn und mit abgeschirrtem Willen: das ist das Einen Erhabenen sah ich heute, einen Feierlichen, einen Büsser des Geistes: oh Schwerste euch Allen, ihr Erhabenen! wie lachte meine Seele ob seiner Hässlichkeit! Wenn die Macht gnädig wird und herabkommt in's Sichtbare: Schönheit heisse Mit erhobener Brust und Denen gleich, welche den Athem an sich ziehn: also ich solches Herabkommen. stand er da, der Erhabene, und schweigsam: Und von Niemandem will ich so als von dir gerade Schönheit, du Gewaltiger: Behängt mit hässlichen Wahrheiten, seiner Jagdbeute, und reich an deine Güte sei deine letzte Selbst- Überwältigung. zerrissenen Kleidern; auch viele Dornen hiengen an ihm - aber noch sah ich keine Alles Böse traue ich dir zu: darum will ich von dir das Gute. Rose. Wahrlich, ich lachte oft der Schwächlinge, welche sich gut glauben, weil sie Noch lernte er das Lachen nicht und die Schönheit. Finster kam dieser Jäger lahme Tatzen haben! zurück aus dem Walde der Erkenntniss. Der Säule Tugend sollst du nachstreben: schöner wird sie immer und zarter, Vom Kampfe kehrte er heim mit wilden Thieren: aber aus seinem Ernste blickt aber inwendig härter und tragsamer, je mehr sie aufsteigt. auch noch ein wildes Thier - ein unüberwundenes! Ja, du Erhabener, einst sollst du noch schön sein und deiner eignen Schönheit Wie ein Tiger steht er immer noch da, der springen will; aber ich mag diese den Spiegel vorhalten. gespannten Seelen nicht, unhold ist mein Geschmack allen diesen Dann wird deine Seele vor göttlichen Begierden schaudern; und Anbetung wird Zurückgezognen. noch in deiner Eitelkeit sein! Und ihr sagt mir, Freunde, dass nicht zu streiten sei über Geschmack und Diess nämlich ist das Geheimniss der Seele: erst, wenn sie der Held verlassen Schmecken? Aber alles Leben ist Streit um Geschmack und Schmecken! hat, naht ihr, im Traume, - der Über-Held. Geschmack: das ist Gewicht zugleich und Wagschale und Wägender; und wehe Also sprach Zarathustra. allem Lebendigen, das ohne Streit um Gewicht und Wagschale und Wägende 36.Vom Lande der Bildung leben wollte!

    Wenn er seiner Erhabenheit müde würde, dieser Erhabene: dann erst würde Zu weit hinein flog ich in die Zukunft: ein Grauen überfiel mich.

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    Und als ich um mich sah, siehe! da war die Zeit mein einziger Zeitgenosse. Und wehe mir, wenn ich nicht lachen könnte über eure Verwunderung, und Da floh ich rückwärts, heimwärts - und immer eilender: so kam ich zu euch, ihr alles Widrige aus euren Näpfen hinunter trinken müsste! Gegenwärtigen, und in's Land der Bildung. So aber will ich's mit euch leichter nehmen, da ich Schweres zu tragen habe; Zum ersten Male brachte ich ein Auge mit für euch, und gute Begierde: und was thut's mir, wenn sich Käfer und Flügelwürmer noch auf mein Bündel wahrlich, mit Sehnsucht im Herzen kam ich. setzen! Aber wie geschah mir? So angst mir auch war, - ich musste lachen! Nie sah Wahrlich, es soll mir darob nicht schwerer werden! Und nicht aus euch, ihr mein Auge etwas so Buntgesprenkeltes! Gegenwärtigen, soll mir die grosse Müdigkeit kommen. - Ach, wohin soll ich nun Ich lachte und lachte, während der Fuss mir noch zitterte und das Herz dazu: noch steigen mit meiner Sehnsucht! Von allen Bergen schaue ich aus nach Vater- "hier ist ja die Heimat aller Farbentöpfe!" - sagte ich. und Mutterländern.

    Mit fünfzig Klexen bemalt an Gesicht und Gliedern: so sasset ihr da zu meinem Aber Heimat fand ich nirgends: unstät bin ich in allen Städten und ein Staunen, ihr Gegenwärtigen! Aufbruch an allen Thoren. Und mit fünfzig Spiegeln um euch, die eurem Farbenspiele schmeichelten und Fremd sind mir und ein Spott die Gegenwärtigen, zu denen mich jüngst das nachredeten! Herz trieb; und vertrieben bin ich aus Vater- und Mutterländern. Wahrlich, ihr könntet gar keine bessere Maske tragen, ihr Gegenwärtigen, als So liebe ich allein noch meiner KinderLand, das unentdeckte, im fernsten euer eignes Gesicht ist! Wer könnte euch - erkennen! Meere: nach ihm heisse ich meine Segel suchen und suchen. Vollgeschrieben mit den Zeichen der Vergangenheit, und auch diese Zeichen An meinen Kindern will ich es gut machen, dass ich meiner Väter Kind bin: überpinselt mit neuen Zeichen: also habt ihr euch gut versteckt vor allen und an aller Zukunft - diese Gegenwart! Zeichendeutern! Also sprach Zarathustra.

    Und wenn man auch Nierenprüfer ist: wer glaubt wohl noch, dass ihr Nieren 37.Von der unbefleckten Erkenntniss habt! Aus Farben scheint ihr gebacken und aus geleimten Zetteln. Als gestern der Mond aufgieng, wähnte ich, dass er eine Sonne gebären wolle: Alle Zeiten und Völker blicken bunt aus euren Schleiern; alle Sitten und so breit und trächtig lag er am Horizonte. Glauben reden bunt aus euren Gebärden. Aber ein Lügner war er mir mit seiner Schwangerschaft; und eher noch will ich Wer von euch Schleier und Überwürfe und Farben und Gebärden abzöge: an den Mann im Monde glauben als an das Weib. gerade genug würde er übrig behalten, um die Vögel damit zu erschrecken. Freilich, wenig Mann ist er auch, dieser schüchterne Nachtschwärmer. Wahrlich, ich selber bin der erschreckte Vogel, der euch einmal nackt sah und Wahrlich, mit schlechtem Gewissen wandelt er über die Dächer. ohne Farbe; und ich flog davon, als das Gerippe mir Liebe zuwinkte. Denn er ist lüstern und eifersüchtig, der Mönch im Monde, lüstern nach der Lieber wollte ich doch noch Tagelöhner sein in der Unterwelt und bei den Erde und nach allen Freuden der Liebenden. Schatten des Ehemals! - feister und voller als ihr sind ja noch die Unterweltlichen! Nein, ich mag ihn nicht, diesen Kater auf den Dächern! Widerlich sind mir Alle, Diess, ja diess ist Bitterniss meinen Gedärmen, dass ich euch weder nackt, die um halbverschlossne Fenster schleichen! noch bekleidet aushalte, ihr Gegenwärtigen! Fromm und schweigsam wandelt er hin auf Sternen-Teppichen: - aber ich mag Alles Unheimliche der Zukunft, und was je verflogenen Vögeln Schauder alle leisetretenden Mannsfüsse nicht, an denen auch nicht ein Sporen klirrt. machte, ist wahrlich heimlicher noch und traulicher als eure "Wirklichkeit". Jedes Redlichen Schritt redet; die Katze aber stiehlt sich über den Boden weg. Denn so sprecht ihr: "Wirkliche sind wir ganz, und ohne Glauben und Siehe, katzenhaft kommt der Mond daher und unredlich. - Aberglauben": also brüstet ihr euch - ach, auch noch ohne Brüste! Dieses Gleichniss gebe ich euch empfindsamen Heuchlern, euch, den Ja, wie solltet ihr glauben können, ihr Buntgesprenkelten! - die ihr Gemälde "Rein-Erkennenden!" Euch heisse ich - Lüsterne! seid von Allem, was je geglaubt wurde! Auch ihr liebt die Erde und das Irdische: ich errieth euch wohl! - aber Scham Wandelnde Widerlegungen seid ihr des Glaubens selber, und aller Gedanken ist in eurer Liebe und schlechtes Gewissen, - dem Monde gleicht ihr! Gliederbrechen. Unglaubwürdige: also heisse ich euch, ihr Wirklichen! Zur Verachtung des Irdischen hat man euren Geist überredet, aber nicht eure Alle Zeiten schwätzen wider einander in euren Geistern; und aller Zeiten Eingeweide: die aber sind das Stärkste an euch! Träume und Geschwätz waren wirklicher noch als euer Wachsein ist! Und nun schämt sich euer Geist, dass er euren Eingeweiden zu willen ist und Unfruchtbare seid ihr: darum fehlt es euch an Glauben. Aber wer schaffen geht vor seiner eignen Scham Schleich- und Lügenwege. musste, der hatte auch immer seine Wahr-Träume und Stern-Zeichen - und "Das wäre mir das Höchste - also redet euer verlogner Geist zu sich - auf das glaubte an Glauben! - Leben ohne Begierde zu schaun und nicht gleich dem Hunde mit hängender Halboffne Thore seid ihr, an denen Todtengräber warten. Und das ist eure Zunge: Wirklichkeit: "Alles ist werth, dass es zu Grunde geht." Glücklich zu sein im Schauen, mit erstorbenem Willen, ohne Griff und Gier der Ach, wie ihr mir dasteht, ihr Unfruchtbaren, wie mager in den Rippen! Und Selbstsucht - kalt und aschgrau am ganzen Leibe, aber mit trunkenen Mancher von euch hatte wohl dessen selber ein Einsehen. Mondesaugen!" Und er sprach: "es hat wohl da ein Gott, als ich schlief, mir heimlich Etwas "Das wäre mir das Liebste, - also verführt sich selber der Verführte - die Erde entwendet? Wahrlich, genug, sich ein Weibchen daraus zu bilden! zu lieben, wie der Mond sie liebt, und nur mit dem Auge allein ihre Schönheit zu Wundersam ist die Armuth meiner Rippen!" also sprach schon mancher betasten. Gegenwärtige. Und das heisse mir aller Dinge unbefleckte Erkenntniss, dass ich von den Ja, zum Lachen seid ihr mir, ihr Gegenwärtigen! Und sonderlich, wenn ihr Dingen Nichts will: ausser dass ich vor ihnen da liegen darf wie ein Spiegel mit euch über euch selber wundert! hundert Augen." -

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