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Heidelberger Druckmaschinen

By Theresa Ellis,2014-06-03 04:19
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Heidelberger Druckmaschinen

    Heidelberger Druckmaschinen

    Aktiengesellschaft

    Corporate Public Relations

    Kurfürsten-Anlage 5260

    69115 Heidelberg

    Deutschland

    Telefon +49 6221 92-5077

    Telefax +49 6221 92-5069

    www.heidelberg.com Februar 2009

Basispressetext der Heidelberger Druckmaschinen AG

    liefert einen breiten Überblick über das Unternehmen und

    die Printmedien-Industrie

Für weitere Informationen, Anregungen und Fragen steht Ihnen das Presseteam

    der Heidelberger Druckmaschinen AG gerne zur Verfügung.

Kontakt:

    Heidelberger Druckmaschinen AG

    Corporate Public Relations

    Kurfürsten-Anlage 52 60

    69115 Heidelberg

    Tel: +49 (0)6221 92 5047

    Fax: +49 (0)6221 92 5069

    Email: info@heidelberg.com

Für die Wirtschaftspresse:

    Thomas Fichtl

    Matthias Hartung

Für die Fachpresse:

    Dirk Henrich

    Hilde Weisser

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Heidelberger Druckmaschinen

    Ein Technologieunternehmen und Partner der Printmedien-Industrie

    Verbindung von Präzisionsmaschinenbau und integrierter

    Softwareentwicklung

    Ein Hintergrund für Journalisten

    Von der Zeitung bis zur Seifenverpackung, vom Fruchtsaft-Etikett bis zur Auto-Broschüre: Gedrucktes begleitet uns selbstverständlich jeden Tag. Nur: ohne moderne Drucktechnik wäre das alles nicht möglich. Papier in großen Mengen,

    schnell, in hoher Qualität und zu erschwinglichen Preisen mit Farbe zu bedrucken und in die gewünschte Form zu bringen, das erfordert ausgefeilte Techniken und Unternehmen, die moderne Produktionslösungen anbieten.

    Mit über 40 Prozent Marktanteil bei Bogenoffset-Druckmaschinen ist die Heidel-berger Druckmaschinen AG kurz Heidelberg der weltweit führende

    Lösungsanbieter für Druckereibetriebe mit Schwerpunkt Offsetdrucktechnologie. Das heißt: Mit größter Wahrscheinlichkeit hält jeder von uns jeden Tag Produkte in Händen, die auf Heidelberg-Maschinen hergestellt worden sind.

    Druckmaschinenbau ist eine Spezialdisziplin, die ihre Wurzeln vor allem in Deutschland hat. Eine perfekte Verbindung von Präzisionsmaschinenbau, Mechatronik und integrierter Softwareentwicklung, die lange Erfahrung voraussetzt und die höchste Qualitätsansprüche erfüllen muss.

    In dem vorliegenden Dokument möchten wir Ihnen das Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen vorstellen das Geschäftsmodell, die besonderen

    Stärken und Kompetenzen, die strategische Ausrichtung, Kunden, Märkte und das Portfolio und nicht zuletzt die technologischen Beiträge in der über 100-jährigen Entwicklung des Offsetdrucks.

Was ist Farbe, wie wird Farbe im Offset gedruckt? Technische Grundlagen werden

    allgemein verständlich erklärt. Eine kleine Reportage gibt Ihnen einen Einblick in

    die Entstehung eines Druckproduktes. Gängige Druck-Fachbegriffe sind im

    Anhang erläutert.

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Auf einen Blick

    Heidelberg führend in der Printmedien-Industrie. Kerngeschäft ist die vollständige Prozess- und Wertschöpfungskette im 4 Bogenoffsetdruck. In Heidelberg-Produkten steckt Spitzentechnologie, die weit über den Präzisionsmaschinenbau hinaus bis zur

    Software-Entwicklung, Maschinensteuerung und Druckprozess-Steuerung reicht.

    Drucken ist Kommunikation. Die Druckindustrie ist Teil der Kommunikationsindustrie. Betrachtet man die weltweiten 7 Marktvolumina von Akzidenzen, Publikationen und Verpackungen, dann liegt Print auf Platz eins vor dem Fernsehen. Vom

    gesamten Printvolumen haben ca. 60 % mit Werbung zu tun.

    Offsetdruck eine zukunftsfähige Technologie. Wie funktioniert Offset im Vergleich zu Flexodruck, Digitaldruck oder 9 Tiefdruck?

    Papier hat Format. Die gängigen europäischen und amerikanischen Papiergrößen. 18 Farbe drucken: What you see is what you get aber was sieht und erkennt man wirklich? Der Mensch kann Millionen von 20 Farbnuancen unterscheiden. Ein bisschen Technologie von Raster bis dpi, RGB und CMYK.

    Druckvorstufe: Vom Layout zu den Pixeln auf der Platte. Diesen Bereich hat der Computer revolutioniert. Das zu druckende 26 Produkt bleibt zunächst virtuell, erst der Laser schreibt für den Leser.

    In der Weiterverarbeitung zum perfekten Endprodukt. Damit ist das Schneiden, Heften, Kleben, Binden, Perforieren, Falzen 27 und noch einiges mehr gemeint.

    Heidelberg beherrscht die ganze Prozess-Strecke und bietet deshalb ein breites Portfolio von Produkten und Services in 28 Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung. Die Speedmaster XL 105 setzt Bestmarken im Offsetdruck, seit 2008 auch mit Wendung. Der integrierte Workflow: Prinect steht für Produktivität und Transparenz. Heidelberg ist der einzige Anbieter, der alle 31 Prozesse innerhalb einer Druckerei von der Angebotserstellung, der Auftragsannahme, über die Produktion bis zur

    Rechnungserstellung integriert. Prinect optimiert und automatisiert Arbeitsabläufe, macht sie einfach und transparent: Auf Basis eines offenen Datenstandards, dem zentralen JDF-Dokument, das alle Informationen eines Auftrags enthält.

    Service sofort und überall auf der Welt. Mit 250 Niederlassungen in 170 Ländern lebt Heidelberg eine Kundennähe, die 34 ihresgleichen sucht. In der Ersatzteil-Logistik-Kette werden über 130.000 unterschiedliche Serviceteile bereitgehalten.

    Innovation = besser, schneller, effektiver. Weltweit arbeiten rund 1.500 Beschäftigte das sind rund acht Prozent der 39 Belegschaft in Forschung und Entwicklung. Heidelberg hat technologische Meilensteine im Bogenoffset gesetzt.

    Premium-Qualität auch beim Auftritt: Design bei Heidelberg 44 Weltmeister in der Serienproduktion von Bogenoffset-Druckmaschinen. Die Reihenbauweise ermöglicht drastische Vorteile 46 in der Produktivität. Das Werk Wiesloch-Walldorf ist mit 6.000 Mitarbeitern die größte Druckmaschinenfabrik der Welt.

    Heidelbergs Stärke: Qualifizierte Mitarbeiter. Die Toleranzen im Druckmaschinenbau liegen im Bereich von einem Tausendstel 49 Millimeter. Solche Anforderungen erfordern kompetente und erfahrene Mitarbeiter und ein ausgezeichnetes Ausbildungssystem. Die Zukunft druckt ökologisch: Heidelberg forciert Green Printing Nachhaltige Produktion beginnt bereits bei der Ent-wicklung 51 von vernetzten Lösungen für den Druckereibeterieb

    Meilensteine der Heidelberg-Umweltaktivitäten 57 Die Kunden: Vom Familienbetrieb bis zur Großdruckerei. Der Markt für Drucktechnologien von Heidelberg hat überall in der 61 Welt Wachstumsperspektiven. Heidelberg beliefert Kunden weltweit.

    Drucken im dritten Jahrtausend. Elektronik einfach wie Farbe aufbringen: Materialien mit neuen physikalisch-chemischen 64 Eigenschaften

    Druck- und Werbemarkt: Zahlen, Fakten, Trends 66 Print Media Academy: Durch Wissen zum Erfolg. Mit seiner Print Media Academy hat Heidelberg ein Zentrum der Qualifikation 71 und Kommunikation für die Druck- und Medienindustrie geschaffen. Pro Jahr besuchen über 50.000 Menschen den lichtdurchfluteten Glaskubus. Die Print Media Academy gibt es an weltweit 18 Standorten.

    Der integrierte Druckereibetrieb. Electronic Publishing bildet Kopf und Herz der Kommunikationsindustrie. Daten werden 73 multimedial zur Produktion von Print- und elektronischen Medien genutzt. Ganzheitliches Workflow-Management erfasst alle Produktions- und Betriebsvorgänge.

    Immer den Blick in die Zukunft gerichtet. In seiner über 150-jährigen Geschichte hat Heidelberg den Fortschritt in der 75 Printmedien-Industrie vorangetrieben und die Branche geprägt. Über Jahrhunderte dominierte der Buchdruck. Ab 1960 wurde er

    vom Offset überflügelt.

    Wichtige Druckbegriffe im Überblick. Kurz und allgemein verständlich erklärt. 78

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    Heidelberg führend in der Printmedien-Industrie

Das Kerngeschäft von Heidelberg ist die vollständige Prozess- und

    Wertschöpfungskette der Formatklassen von A3- bis zum A1- (Über)Format

    (35 x 50 cm bis70 x 100 cm) im Bereich Bogenoffsetdruck (Sheetfed). Dies umfasst neben Druckmaschinen die Geräte zur Druckplattenherstellung,

    Druckweiterverarbeitung und Softwarekomponenten zur Integration aller Prozesse in einer Druckerei. Hinzu kommen das Schulungsangebot der Print Media Academy sowie Serviceleistungen, Ersatzteilversorgung, Verbrauchsmaterialien und der Vertrieb von Gebrauchtmaschinen. Zusätzlich begleitet das Unternehmen die Investitionsvorhaben seiner Kunden mit Finanzierungskonzepten.

    Heidelberg beliefert vorrangig die Märkte der wichtigsten OECD-Industrieregionen und verstärkt sein Engagement zusätzlich in Wachstumsmärkten wie Asien und Osteuropa. Mit Entwicklungs- und Produktionsstandorten in fünf Ländern sowie rund 250 Vertriebsniederlassungen betreut das Unternehmen seine weltweit über 200.000 Kunden. Heidelberg generiert seinen Umsatz zu 85 Prozent durch eigene Vertriebsgesellschaften und erzielt über 80 Prozent seines Umsatzes außerhalb von Deutschland.

In Heidelberg-Produkten steckt Spitzentechnologie, die weit über den

    Präzisionsmaschinenbau hinaus bis zur Software-Entwicklung, zur Maschinensteuerung und zur Steuerung des Druckprozesses reicht. Ein Know-how-intensives Geschäft, das nur wenige beherrschen und das daher hohe Markteintrittsbarrieren aufweist.

    Es gilt, eine große Bandbreite mechanischer, verfahrenstechnischer, elektronischer, materialspezifischer und chemisch-physikalischer Zusammenhänge zu beherrschen die Aerodynamik beim Führen eines Papierbogens, die elektronische Regel- und Steuerungstechnik, die komplexe Mechanik mit ihren zahlreichen

    Antriebselementen. Es gilt, höchste Präzisionsanforderungen in Fertigung und Montage zu erfüllen.

    Mehr als 50 Tonnen Gusseisen funktionieren mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks

    Eine moderne Druckmaschine besteht aus 50.000 bis 100.000 Komponenten. Dazu kommt eine anspruchsvolle Software zur Steuerung von bis zu 500 einzelnen Antriebsachsen und bis zu 300 Pneumatikteilen. All diese Elemente sind für ein reibungsloses Zusammenwirken genau aufeinander abzustimmen. Nur diese Präzision sichert die Qualität.

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    Heidelberg-Ingenieure messen die Genauigkeit ihres Arbeitsergebnisses in einer Maßeinheit, die dem fünfzigsten Teil einer Haaresbreite entspricht. Die Einhaltung von Toleranzen im Bereich von Tausendstelmillimetern ist für die perfekte Funktion einer Druckmaschine entscheidend. Denn sie muss zuverlässig hauchdünnes Papier oder auch Karton verarbeiten. In diesen Dimensionen erscheint ein menschliches Haar als grober Stamm mit dem stattlichen Durchmesser von 50 Tausendstelmillimetern.

    Die Ansprüche an die Stabilität der Maschine, an Walzen, Seitenteile, Zylinder, die mit Riesengewicht und atemberaubendem Tempo einen sehr kleinen Punkt auf das Papier bringen, sind enorm.

    Der Grund dafür liegt in der Technik des Offsetdrucks. Er arbeitet mit winzigen, für das menschliche Auge nicht erkennbaren farbigen Bildpunkten, die nach einem genauen Muster präzise über- und nebeneinander liegen müssen, um im Auge des Betrachters ein Gesamtbild entstehen zu lassen. In der Vergrößerung werden die einzelnen Bildpunkte sichtbar:

    Diese hohe Präzision ist umso beeindruckender, wenn man den Maßstab bedenkt, auf den sie sich bezieht: Im Gegensatz zu einem feinmechanischen Produkt wie

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    einem Schweizer Uhrwerk gilt hier die höchste Genauigkeitsanforderung über die gesamte Länge einer Bogenoffset-Druckmaschine und die kann drei Meter, aber

    auch mehr als 15 Meter betragen bis zu fünf Bogen pro Sekunde oder 18.000

    Bogen pro Stunde.

Gleichmäßig und exakt Farbe aufs Papier zu bringen das ist der Dreh- und

    Angelpunkt des Druckprozesses, aber ohne das Davor und Danach nur

    unvollständig. Die Druckmaschine braucht aus der Druckvorstufe das passgenaue

    Druckbild auf der Druckplatte, das sie 1.000 Mal, 10.000 Mal, 100.000 Mal oder 500.000 Mal reproduzieren soll. Anschließend werden die bedruckten Bogen geschnitten, gefalzt, zusammengetragen und gebunden. Optimiert wird die Produktionskette über eine durchgängige datentechnische Integration der

    Einzelprozesse und Komponenten in der gesamten Produktionskette. Alle

    Elemente sind eng miteinander verbunden, wie bei einem Staffellauf mit reibungsloser Stabübergabe.

    Diese Technologie-Langstrecke vollständig zu steuern, neue Erkenntnisse für den Kunden in immer produktivere Maschinensysteme umzusetzen, diese Qualitäts-maschinen in einer hochautomatisierten Serienproduktion herzustellen, über ein weltweites Vertriebsnetz in hohen Stückzahlen abzusetzen und über ein umspannendes Servicenetz zu versorgen das ist die Verkettung von

    Kernkompetenzen, die Heidelberg auszeichnet. Kein anderes Unternehmen der

    Branche ist in der Lage, den gesamten Wertschöpfungsprozess im Bogenoffsetdruck zu liefern. Über 40 Prozent Marktanteil unterstreichen diesen Anspruch.

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Drucken ist Kommunikation

Printmedien sind fester und meistgenutzter Bestandteil einer

    kommunikationsintensiven Gesellschaft. Je nach Kommunikationsabsicht und Rahmenbedingungen ergänzen sie sich oder konkurrieren auch mit den elektronischen Medien wie Internet, Fernsehen, Radio, Video, CD-ROM.

Medienindustrie weltweit (1.335 Mrd. ? Marktvolumen = 100 %)

    Internet 45 Mrd. ?Video Games 45 Mrd. ?

    Recording Music 50 Mrd. ?

    Radio 65 rd. ?

    Film EntertainmentPrint & Publishing90 Mrd. ?500 Mrd. ?

    Internet Access

    170 Mrd. ?

    TV Distribution & Networks

    370 Mrd. ?

Die Druckindustrie ist ein wesentlicher Teil der Kommunikationsindustrie. Betrachtet

    man die weltweiten Marktvolumina (Werbe- und Enkundenausgaben), liegt Print & Publishing auf Platz eins mit 500 Milliarden Euro. Das Fernsehen kommt auf 370 Milliarden Euro, Internet-bezogene Dienstleistungen (Datenbanken, Software-Verkäufe, Online-Services, Consulting, Werbung, Transaktionsumsätze) auf 45 Milliarden Dollar, der dafür notwendige Internetzugang auf 170 Milliarden Euro. Radio wiederum kommt auf ein weltweites Volumen von 65 Milliarden Euro, Filmunterhaltung (Kino, DVD/Video Fimverkaufsumätze, DVD/Video-Verleih) auf

    90 Milliarden Euro, Tonträgerumsätze auf 50 Milliarden Euro und Computerspiele auf 45 Milliarden Euro. Alles in allem ein weltweiter Markt von 1335 Milliarden Euro, von denen 38 Prozent auf den Bereich Druck entfallen.

    (Quelle: Pricewaterhouse Coopers, „Industry Reality:Entertainment and Media Outlook 2006-

    2010Sneak Preview”)

Print und Werbung

    Druckprodukte haben zu rund 60 % direkt oder indirekt mit Werbung zu tun. Ein Grund dafür: Print hinterlässt einen nachhaltigeren Eindruck als ein flüchtiges Bild oder ein kurzer Werbespot. Offensichtlich sehen das die Endverbraucher genauso. Auf die Frage „Welche Werbung war ausschlaggebend für Ihre

    Kaufentscheidung?“ wurden genannt: Kino (5 %), Direct Mailing (7 %), Radio (9 %),

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    Displays (16 %), Werbeprospekte (30 %), Magazine (30 %), Tageszeitung (32 %), Flyer (43 %), Fernsehen (43 %), Broschüren (55 %).

    (Quelle: GFK/Horizont, Mehrfach-Nennungen möglich)

    Marktvolumen für Maschinen in der Printmedien-Industrie weltweit pro Jahr

Maschinen/Anlagen Marktvolumen

    (in Mrd. ?)

    Bogenoffset ca. 5

    Rollenoffset ca. 1

    Zeitungsrotationen ca. 1

    Weiterverarbeitung ca. 3

    Digitaldruck ca. 2

    Flexo-, Tief-, Sieb- u. ca. 2 Mrd. ?

    Buchdruck

    Vorstufe Ca. 2 Mrd. ?

    Gesamt ca. 15

    (Quelle: Geschäftsberichte der Branche 2007)

    Wertmäßiger Marktanteil der Druckverfahren in der Printmedien-Industrie

    Bei den Druckverfahren spielt in der Printmedien-Industrie der Offsetdruck mit einem wertmäßigen Anteil von 68 bis 73 % die größte Rolle. Der Tiefdruck nimmt 6 bis 8 %ein, während der Siebdruck auf dem Bedruckstoff Papier unter 5 % bleibt, aber ansonsten weit verbreitet ist vor allem im Bereich Werbung mit Metall, Plastik oder Holz als Bedruckstoff, bis hin zu Platinenherstellung. Flexodruck wird vorrangig im Bereich des Verpackungs- und Etikettendrucks angewendet. Der Digitaldruck liegt etwa bei 45 %, Tendenz steigend. Der Buchdruck wird statistisch nicht mehr erfasst, weil er nur noch bei vereinzelten Betrieben für Spezialanfertigungen (Urkunden) oder Eindrucke zum Tragen kommt. Buchdruckmaschinen wie der Heidelberger Zylinder oder der Heidelberger Tiegel werden aber in vielen Druckereien zum Stanzen, Rillen und Nuten von Karten oder Karton eingesetzt. (Quelle: Schätzungen Bundesverband Druck, Pira-Studie)

    Marktanteile: Die großen Fünf der Druckmaschinenhersteller im Bogenoffset

    In dem von deutschen und japanischen Unternehmen dominierten Segment Bogenoffset ist Heidelberg weltweit mit einem Anteil von über 40 % Marktführer, gefolgt von KBA mit 14 %, Komori mit 13 %, MAN Roland mit 12 % und Mitsubishi mit 5 %, sonstige kommen auf 15 %.

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Offsetdruck eine zukunftsfähige Technologie

    Offset ist das qualitativ und produktionstechnisch am weitesten ausgereifte Druckverfahren und schon bei kleineren Auflagenhöhen auch das günstigste. Über 70 Prozent aller weltweit hergestellten Drucksachen, die insgesamt einen Wert von rund 400 Milliarden Euro jährlich haben, werden mit dem Offset-Verfahren produziert. Die Offset-Technologie wurde vor 100 Jahren entwickelt. Heidelberg stieg 1962 in das Verfahren ein und perfektionierte es maßgeblich (vgl. historischer Abriss).

Der Bogenoffsetdruck (engl. Sheetfed printing) verarbeitet Papierbogen bes-

    timmter Formate mit bis zu 18.000 bedruckten Bogen pro Stunde. Er ist zusammen mit dem Rollenoffset das gängigste kommerzielle Druckverfahren, weil er auch bei hohen Druckgeschwindigkeiten zuverlässig hochwertige Ergebnisse liefert. Rollenoffset (engl. Web printing) verarbeitet Papier von einer Papierrolle. Die benötigten Formate werden nach dem Druckvorgang im nachgeschalteten Schneide- und Falzapparat hergestellt.

    Der Offsetdruck beruht im Wesentlichen auf dem Prinzip, dass sich Fett und Wasser gegenseitig abstoßen. Im Gegensatz zum Hochdruck (auch Buchdruck genannt) liegen die zu druckenden und die nicht zu druckenden Bereiche annähernd auf einer Ebene. Die zu druckenden Elemente nehmen die Farbe im Farbwerk an und stoßen Wasser im Feuchtwerk ab; bei den nicht zu druckenden Elementen verhält es sich umgekehrt.

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    Druckform ist eine beschichtete Aluminiumplatte. Im Einsatz sind aber auch Druckformen auf Kunststoff-Basis. Beim Druckvorgang wird zunächst die Druckplatte befeuchtet. Die wasserfreundlichen Teile werden benetzt und stoßen Farbe ab. Die fettfreundlichen Teile nehmen Farbe an. Beim Offsetdruck als indirektem Druckverfahren wird das Druckbild zunächst von der Druckform auf einen Zylinder, der mit einem Gummituch bespannt ist, übertragen und von dort auf

    den eigentlichen Bedruckstoff, in der Regel den Papierbogen, abgesetzt (engl. Offset). Das Gummituch bietet den Vorteil, dass es sich besser als eine Metalloberfläche an den Bedruckstoff anpasst und somit auch raue Oberflächen, zum Beispiel Recyclingpapier, zuverlässig bedruckt.

Beim Offsetdruck vervielfältigt man ein und dasselbe Druckbild nahezu beliebig

    oft von einer Druckplatte bis 18.000 mal pro Stunde. Die druckenden Flächen

    nehmen Farbe an, alle anderen stoßen sie ab. Offset arbeitet mit den Standard Prozessfarben Cyan (Blauton), Magenta (Rotton), Yellow (Gelbton). Aus der Kombination dieser drei Prozessfarben werden zusammen mit Schwarz (K) fast alle Farbnuancen erzeugt, die das menschliche Auge unterscheiden kann. Halbtöne entstehen, indem man Bilder in feinste Rasterpunkte zerlegt und entweder kleine und große oder viele und wenige Punkte pro Fläche aufbringt. Weiterhin können auch Sonderfarben sehr flexibel mit den Prozessfarben kombiniert werden.

Für den Offsetdruck werden spezielle Farben benötigt, die pastös und viskos sind.

    Die gängigen Druckfarben trocknen in Kontakt mit Sauerstoff und durch das

    Eindringen in die Poren des Papiers. Nach durchschnittlich fünf Stunden kann der Bogen weiterverarbeitet werden. Damit die bedruckten Bogen auf dem abgelegten Stapel nicht zusammenkleben, wird nach jedem Bogen im Ausleger fein gepudert. Der Puder besteht aus winzigen Körnchen, die für Abstand zwischen den Bogen und somit für Belüftung der Farbe sorgen. In den letzten Jahren verzeichnet der UV-

    Offsetdruck Fortschritte. Dabei werden spezielle Farben eingesetzt, die durch

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