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DIE LONGMEN - GROTTEN

By Jose Weaver,2014-01-25 00:13
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DIE LONGMEN - GROTTEN

DIE LONGMEN - GROTTEN

    Die bekanntesten Grotten Chinas sind die Mogao-Grotten in Dunhuang im Westen der Provinz Gansu, die Yungang-Grotten in Datong in der Provinz Shanxi und die Longmen-Grotten bei Luoyang in der Provinz Henan. Ende des Jahres 2000 wurden die Longmen-Grotten von der UNESCO in die "Liste des Weltkultur- und Naturerbes" aufgenommen.

    Dreizehn Kilometer südlich der Stadt Luoyang in der Provinz Henan bahnt sich der Fluss Yishui seinen Weg durch die Östlichen und Westlichen Berge gen Norden. Diese Berge formen eine natürliche Barriere, die wie ein Drachen aussieht, woraus der Name Longmen (Drachentor) resultiert. Und an genau dieser Stelle befinden sich die Longmen-Grotten.

    Auf dem insgesamt 1.000 m langen Klippenstück entlang des Ufers befinden sich 2.345 Grotten auf den Felsen und in den Grotten mehr als 70 Pagoden verschiedenster Größe und mehr als 2.800 Gedenksteine mit Inschriften. Die Longmen-Grotten sind ein großes Steinskulpturen-Museum, in dem sich reiches historisches Material über die Bildenden Künste, Musik, Kalligraphie, Kleidung, Architektur und Medizin aus der damaligen Zeit findet.

    Die Arbeit an den Grotten begann im Jahre 493 während der Nördlichen Wei-Dynastie (386-534) und dauerte über 400 Jahre. Schaut man sich die Klippen an, offenbart sich einem ein unendliches Bienenwabenmuster an Grotten jeder Größe, die größte beherbergt einen über 12 Meter großen Buddha, die kleinsten bergen nur fingergroße Buddhafiguren.

    Die sieben repräsentativsten der 2.345 Grotten sind: die Guyang-, Binyang- und Lianhua-Grotten aus der Nördlichen Wei-Dynastie sowie die Qianxi-, Wanfo-, Fengxian- und Kanjing-Grotten aus der Tang-Dynastie (618 - 907 n. Chr.).

    Die größte Grotte, Fengxian, wurde im Jahr 675 fertiggestellt. Der Bau dieser Grotte wurde von Wu Zetian, der einzigen Kaiserin Chinas, durch 20.000 Guan (1 Guan, ein Bund von 1.000 aufeinandergesteckten Messingmünzen) finanziert. Sowohl vom architektonischen als auch vom bildhauerischen Aspekt bildet die

    Fengxian-Grotte den Höhepunkt der chinesischen bildenden Kunst. Die Skulpturen der Grotte wirken lebendig, lebensnah und sind ästhetisch angeordnet. In der Mitte der Grotte befindet sich eine kolossale sitzende Statue der Boddhisattva Vairocana mit ihrem gütigen Gesicht. Diese Figur ist 17 Meter hoch und hat einen 4 Meter hohen Kopf mit zwei 1,9 Meter langen Ohren. Beidseitig von ihr stehen ehrerbietige Schüler.

    Die Lianhua (Lotosblumen)-Grotte hat ihren Namen wegen der großen Lotosblume an der Decke der Grotte erhalten. An der südlichen Wand innerhalb der Grotte stehen kleine und fein geschnitzte Buddhafiguren, die die kleinsten Figuren (nur 2 cm hoch) der gesamten Longmen-Grotten sind.

    Die Guyang-Grotte ist eine der ersten Grotten in Longmen und daneben eine der längsten und reichsten. In der Grotte gibt es viele Nischen mit großen und kleinen Buddhafiguren. Die Nischen und Statuen sind

    hervorragend gearbeitet und die Motive sind ideenreich gestaltet. Der Inhalt der Grotte ist für die Forschung der Steinskulpturen, Malerei und Architektur der Nördlichen Wei-Dynastie von großem Wert. Die Binyang-Grotte besteht aus drei Höhlen und ist die prächtigste der Grotten aus der Wei-Dynastie. Von der Decke hängen Vorhänge und bunte Seile herab, in den Bod en wurden Lotosblumen geschnitzt. Die Wände des Grotteneingangs sind mit großen Reliefs des Kaisers und der Kaiserin dekoriert. Sie bieten anschauliches Material zur Verdeutlichung des damaligen Lebens.

    An beiden Innenwänden des Eingangs der Yaofang-Grotte wurden Rezepte gegen über 140 Krankheiten wie Malaria, Magenkrankheiten, Herzbeschwerden, Diabetes, usw. eingraviert. Sie sind zu Beginn der Tang-Zeit dort eingraviert worden und liefern wichtige Informationen zum Studium der historischen Pharmazie. Die Zahl der Steininschriften der Longmen-Grotten nimmt in China den ersten Platz ein. Die "20 ausgewählten Denkmalinschriften der Longmen-Grotten" erzählen uns nicht nur über die Geschichte der damaligen Grabungen, sondern zeigen uns auch das hohe Niveau der damaligen Kalligraphie.

    Die Longmen-Grotten sind ein wichtiger Ort für das Studium buddhistischer Skulpturen und eine touristische Attraktion mit Hügeln, Quellen und dem Yishui-Fluss. Zum Schutz der Longmen-Grotten wurde im Jahr 1953 eine spezielle Organisation gegründet. Seit 1961 stehen die Longmen-Grotten unter staatlichem Schutz. Die chinesische Regierung hat zahlreiche Fonds für ihren Erhalt ins Leben gerufen und hat in Longmen auch eine touristische Infrastruktur aufgebaut. Seit 1990 ist die Eindämmung der Erosion durch Wind und Wasser zum Hauptthema des wissenschaftlichen Interesses geworden.

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    Als die Toba ihre Residenz im Jahr 494 aus Datong nach Luoyang verlegten, setzten sie am ?Drachentor? (Longmen), einer nahen Talkerbe des Yi-Flusses, die bei Datong begonnene Sitte des Grottentempelbaus fort. Doch auch unter der Sui- und der Tang-Dynastie, zur Blütezeit des chinesischen Buddhismus, entstanden hier Grottentempel. Als Stifter traten Mönche, Nonnen und Beamte ebenso auf wie Laienvereinigungen. Die größten und eindrucksvollsten Arbeiten aber finanzierte wieder der fromme und ruhmsüchtige Kaiserhof. Im 20. Jh. richteten Kunstdiebe große Schäden an. Die leeren Nischen und geköpften Figuren sprechen eine deutliche Sprache. Ein Teil des Diebesguts steht heute in den ostasiatischen Museen Europas, Japans und Amerikas. Der Figurenschmuck der größeren Grotten, etwa ein Dutzend, variiert stets ein Schema, das sich am klarsten gleich in der ersten Grotte, Qianxi Si, zeigt: Grimmige Wächter mahnen bei jedem Eintretenden Läuterung an. Drinnen blicken Sie zur personifizierten Weisheit und Vollendung, einem zentralen, übermenschlich großen Buddha, auf. Während dieser sitzt, bleiben die anderen zu seinen Seiten ehrfürchtig stehen: links und rechts außen, kleiner dargestellt, die Heilandsgestalten zweier Bodhisattvas sowie in den Zwischenräumen in fast menschlicher Größe Buddhas engste Jünger Ananda und Kashyapa - Vorbilder für den Betrachter, soll er doch wie diese vom Buddha lernen, um einst mit Hilfe der Bodhisattvas erlöst zu werden. Überall ist auch das Symbol der Lotosblüte zu sehen: Sie zeigt, dass Reinheit möglich ist, selbst wenn man im Sumpf wurzelt. Hinter der Qianxi-Si-Grotte gelangen Sie zu einer Gruppe von drei Höhlen, deren mittlere, Binyang Zhongdong, vielleicht die schönste von allen ist. Das Grundschema ist hier zu elf Figuren erweitert. Drei Buddhas, sechs Bodhisattvas und die beiden Jünger schenken dem Betrachter

    ihr schönstes Lächeln. Die Grotte entstand in den Jahren 500 bis 523; wie eine Chronik vermerkt, wurden 802 366 Tagewerke hineingesteckt. Die übernächste Treppe führt zur Grotte der 10 000 Buddhas aus dem Jahr 680. Rund 15 000 Figürchen - die Buddhas aller Äonen - bedecken dort die Seitenwände. Fünf Jahre zuvor war die berühmteste Grotte der Anlage fertig geworden. Es ist der ?Tempel der Ahnenverehrung? am Ende einer breiten, neu angelegten Treppe. Er übertrifft die anderen Grotten gleich um ein Mehrfaches an Größe, dabei ist die Bildhauerkunst vom Feinsten. Stifter waren der Tang-Kaiser Gaozong und seine ebenso ehrgeizige wie fromme Hauptfrau Wu Zetian, die später als eine von zwei offiziellen Monarchinnen in Chinas Geschichte einging. Die zentrale, 17 m hohe Figur des Locana-Buddha soll ihre Züge tragen. Seine Fettfalten am Hals schmeichelten dem damaligen Schönheitsideal. Da die Anlage oben offen ist, kann sie eigentlich nicht als Grotte gelten. Ursprünglich besaß sie ein großes Holzdach. Das ikonografische Schema ist um zwei Himmelskönige erweitert, von denen nur der rechte erhalten blieb; er trägt eine Pagode auf der Handfläche. Wegen der besseren Lichtverhältnisse sollten Sie die Longmen-Grotten vormittags besichtigen. Sehr schön ist auch ein Blick auf die Gesamtanlage vom anderen Flussufer aus, wo sich weitere, jedoch nicht erschlossene Grotten befinden.

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