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Istanbul

By Gerald Myers,2014-08-29 17:10
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Istanbul

Istanbul

    aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

    Dieser Artikel beschreibt die Stadt Istanbul, für die gleichnamige Provinz siehe unter İstanbul (Provinz).

Istanbul [ˈɪstanbuːl] (Türkisch: İstanbul [isˈtɑnbul] altgr. ες τν Πόλιν in die Stadt),

    früherer Name Konstantinopel, zu großen Teilen auf dem antiken Byzantion gelegen,

    ist die größte Stadt der Türkei. Im Stadtgebiet leben rund zehn Millionen Menschen, in der Agglomeration etwa vierzehn Millionen.

    Istanbul erstreckt sich sowohl auf der europäischen als auch auf der asiatischen

    Seite des Bosporus und ist damit die einzige Metropole, die auf zwei Kontinenten

    liegt. Aufgrund ihrer dreitausendjährigen Geschichte gilt sie als eine der ältesten noch bestehenden Städte der Welt. Istanbul ist Kultur- und Wirtschaftszentrum der Türkei.

    Geografie

    Lage

    Istanbul liegt im Westen der Türkei und umschließt den Bosporus. Das Goldene Horn,

    eine nach Westen verlaufende Bosporusbucht, trennt den europäischen Teil in eine südliche, zwischen Marmarameer und Goldenem Horn liegende Halbinsel mit dem

    historischen Kern der Stadt und die an das historische Galata anschließenden

    nördlichen Stadtteile. Sowohl nach Westen als auch nach Norden und Osten wächst Istanbul weit über die historischen Stadtteile hinaus. Im Südosten liegen die zu Istanbul gehörenden Prinzeninseln.

    Die Stadtgrenzen umfassen eine Fläche von 1.538,77 km?. Die Metropolregion

    Istanbul (Provinz Istanbul) hat eine Fläche von 5.220 km?.

    Panorama-Ansicht Istanbuls vom Galata-Turm aus, um 1890. Links der Nordosten, im Vordergrund Galata, der Bosporus Richtung Schwarzes Meer, im Hintergrund das asiatische Ufer; in der Mitte der Bosporus-Ausgang zum Marmarameer, das goldene

    Horn und die Altstadt; rechts der Westen, im Vordergrund das Hafenviertel. Geologie

    Istanbul liegt nördlich der Nordanatolischen Verwerfung, die sich vom nördlichen

    Anatolien bis zum Marmarameer hinzieht. Die Anatolische Platte schiebt sich hier

    westwärts an der nördlichen Eurasischen Platte vorbei. Entlang der dadurch

    entstandenen Transform-Störung ereignen sich in Abständen von wenigen Jahren

    starke Erdbeben.

    Eines der katastrophalen Beben, verbunden mit einer gigantischen Flutwelle, die über die Seemauern der Stadt einbrach, ereignete sich 1509: Über 100 Moscheen wurden zerstört, mehr als 10.000 Menschen starben. Im Jahr 1766 wurde das [1]Bethaus der Sultan Mehmet Fatih Camii weitgehend zerstört. 1894 stürzten bei

    einem Beben weite Teile des Gedeckten Basars ein. Gründe für die verheerenden Auswirkungen waren die dichte Besiedlung und die nach wie vor bestehenden Baumängel.

    Erdwissenschaftler prognostizieren ein weiteres Beben ab Stärke 7,0 bis 2025. Die verheerenden Beben vom August 1999 bei Kocaeli mit 18.000 Toten und im Winter

    2001 in der Provinz Afyon sollen Vorboten dessen gewesen sein.

    Klima

Klimadiagramm Istanbul

    Die Stadt hat mildes, feuchtes Seeklima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 14 ?C. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 23 ?C, der kälteste der Januar mit 5 ?C im Mittel. Der Winter ist durch wechselhaftes Wetter bestimmt: Es gibt frühlingshafte Sonnentage, häufig Regen und Kälteeinbrüche, häufig auch Schneefälle. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 698 mm. Der meiste

    Niederschlag fällt im Monat Dezember mit durchschnittlich 122 mm, der wenigste im Juli mit 19 mm im Mittel.

    Monat Höchsttemperatur Tiefsttemperatur Regentage Sonnenstunden

     Mittel Absolut Mittel Absolut (tägl.) Januar 9 19 3 ? 10 18 2,6 Februar 9 24 2 ? 10 15 3,3 März 11 27 3 ? 7 14 4,4 April 16 33 7 ? 1 9 6,6 Mai 21 34 12 3 8 8,9 Juni 26 37 16 7 5 10,8 Juli 29 37 18 11 4 11,7 August 29 49 20 10 3 11,3 September 25 38 15 6 6 8,5 Oktober 21 33 12 3 10 6,2 November 15 27 9 ? 7 13 4,6 Dezember 11 22 5 ? 11 17 2,3 Stadtgliederung

    Hauptartikel: Stadtteile von Istanbul

Stadtteile von Istanbul

    Istanbul lässt sich in drei große Bereiche gliedern:

    ; Das alte, im Süden der europäischen Seite gelegene Stadtzentrum des

    einstigen Konstantinopels mit den Stadtteilen Eminönü und Fatih wird durch

    das Goldene Horn von den nördlicher gelegenen, jüngeren Stadtteilen

    getrennt und im Westen von der Theodosianischen Landmauer begrenzt.

    Westlich der Mauer liegen das alte Viertel Eyüp und dahinter und entlang des

    Marmarameeres neue Wohn- und Gewerbebetriebe, die inzwischen sogar bis

    über den Flughafen hinaus weit nach Westen reichen.

    ; Nördlich des Goldenen Horns befinden sich das europäisch geprägte Beyoğlu

    und Beşiktaş, wo sich der letzte Sultanspalast (Çırağan-Palast) befindet,

    gefolgt von einer Kette ehemaliger Dörfer wie Ortaköy und Bebek entlang dem

    Ufer des Bosporus. Hier errichteten wohlhabende Istanbuler bis zum Anfang

    des 20. Jahrhunderts luxuriöse Holzvillen, Yalı genannt, die als

    Sommerwohnsitz dienten. Auch hier am Bosporus wurde die Bebauung nach

    Westen vorangetrieben.

    ; Die gegenüber auf der asiatischen Seite liegenden Stadtteile Üsküdar und

    Kadıköy waren ursprünglich selbstständige Städte. Heute sind sie vor allem

    Wohn- und Geschäftsviertel, in denen ca. ein Drittel der Istanbuler

    Bevölkerung wohnt. Hieran anschließend wurden entlang dem Bosporus und

    dem Marmarameer sowie ins asiatische Hinterland hinein Dörfer und

    Stadtteile großflächig ausgebaut und neu erschlossen.

    Bedingt durch das starke Wachstum Istanbuls seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, machen den größten Teil der Stadtfläche heute die modernen, im Hinterland entstandene Stadtteile aus. Sie wurden teilweise als Gecekondus errichtet

    und erst nach Jahren oder Jahrzehnten an die städtische Infrastruktur angeschlossen, wie zum Beispiel Gaziosmanpaşa westlich des Goldenen Horns. Gehobene Büro- und Wohnviertel entstehen vor allem im Norden auf Höhe der zweiten Bosporusbrücke oberhalb von Bebek in den Vierteln Levent und Etiler. Geschichte

    Hauptartikel: Geschichte Istanbuls

    Byzantion

Um das Jahr 660 v. Chr. gründeten dorische Griechen aus Megara, Argos und

    Korinth eine Koloniestadt am europäischen Ufer des Bosporus, in einem ruhigen und geschützten Hafen: Byzantion. Wegen der günstigen geografischen Lage durch die Meerenge am Bosporus ist das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbunden, und dieses seinerseits mündet über die Dardanellen in das Mittelmeer wurde Byzantion sehr bald ein bedeutendes Handelszentrum. Im Jahre 513 v. Chr. eroberte der persische König Darius I. die Stadt. 324 n. Chr. vereinigte Konstantin I. beide Teile des Römischen Reiches und am 11. Mai 330 taufte er die neue Hauptstadt feierlich auf den Namen Nova Roma (Neu-Rom). Sie wurde jedoch bekannter unter dem späteren Namen Konstantinopel.

    Konstantinopel Kostantiniyye Istanbul

Konstantinopel im Mittelalter

Die Eroberung Konstantinopels

Konstantinopel um 1910

Besonders unter Kaiser Justinian I. (527565), dem letzten großen Herrscher der

    Spätantike, gelangte Konstantinopel zu Ruhm und wurde prächtig ausgebaut (Hagia

    Sophia). Im Mittelalter blieb die Stadt das Zentrum des Byzantinischen Reiches und war lange Zeit die mit Abstand reichste und größte Stadt Europas. Im April 1204 eroberten dann aber Kreuzritter Konstantinopel. Die Stadt wurde geplündert,

    zahlreiche Einwohner wurden ermordet und Kunstwerke von unschätzbarem Wert gingen unwiderruflich verloren. Auf rund 100.000 Einwohner reduziert, ihres früheren Ruhms beraubt, wurde die Stadt 1261 vom Byzantinischen Reich unter Michael VIII.

    zurückerobert.

    Am 5. April 1453 begann die Belagerung Konstantinopels durch osmanische

    Streitkräfte unter Sultan Mehmed II. und am Morgen des 29. Mai wurde die Stadt

    besetzt. Konstantinopel nun offiziell meist Kostantiniyye oder manchmal auch

    İstanbul genannt wurde nach Bursa und Adrianopel (Edirne) zur neuen

    osmanischen Machtzentrale. Die teilweise zerstörte und entvölkerte Stadt wurde planvoll wiederbesiedelt und wiederaufgebaut. Die Macht des Osmanischen Reichs erreichte ihren Höhepunkt mit Sultan Süleyman I. (15201566), dessen Architekt

    Sinan das Stadtbild mit zahlreichen Moscheen, Brücken, Palästen und Brunnen prägte. Mit dem fortschreitenden Verfall des osmanischen Einflusses in der Region und der Verkleinerung des Reiches bis Anfang des 20. Jahrhundert litt auch die kosmopolitische Bedeutung Konstantinopels.

    Die Schwäche des Osmanischen Reiches nach dem Zusammenbruch des

    osmanischen Heeres im Balkankrieg 1912/1913 führte den europäischen Mächten

    und Russland die Gefahr eines Machtvakuums in den strategisch bedeutenden Meerengen vor Augen und warf die 'orientalische Frage' nach Kontrolle über die Meerengen und Aufteilung des Reiches in westliche Interessensphären auf. Der Sultan und die Jungtürken suchten für die drohende Auseinandersetzung die Unterstützung des erstarkten Deutschen Reiches. Den Zugriff der Entente auf

    Konstantinopel konnte das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg an der Seite der

    Mittelmächte zwar in der Schlacht von Gallipoli abweisen, doch war der Krieg

    letztendlich verloren. Im Friedensvertrag von Sèvres vom 10. August 1920 wurde das

    Reich unter den alliierten Siegermächten aufgeteilt und musste gewaltige Gebietsverluste hinnehmen. Konstantinopel mit den Meerengen Bosporus und Dardanellen wurde zunächst von den Alliierten besetzt, vor allem Griechenland forderte die „Rückgabe“ Konstantinopels, das es zu seiner neuen Hauptstadt machen wollte. Unter Mustafa Kemal, genannt Atatürk, begann 1919 der türkische

    Befreiungskrieg.

    Konstantinopel verlor 1923 seinen Status als Regierungssitz der modernen Türkei an Ankara, wohl auch, weil sich die neue Republik von der Tradition der Osmanen abgrenzen wollte. Die Stadt behielt ihre kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung jedoch bei, was durch den regen Zuzug von Menschen aus Anatolien seit den 1950er Jahren noch verstärkt wurde. Im Jahre 1955 wurde nahezu die gesamte christliche Bevölkerung durch das Pogrom von Istanbul aus der Stadt vertrieben. Vor

    allem in den letzten Jahren entstanden gigantische Bauprojekte, die jedoch mit dem rapiden Bevölkerungswachstum nicht Schritt halten können. 1994 wurde der jetzige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan als Kandidat der weit rechts stehenden

    Refah Partisi (RP) (Wohlfahrtspartei) Bürgermeister. Der jetzige Bürgermeister Kadir

Topbaş ist, wie der Ministerpräsident, von der Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP). Im

    November 2003 wurde die Stadt von einer Serie schwerer Anschläge erschüttert.

    Entwicklung des Namens

    Istanbuls unterschiedliche Namen auf osmanischen Poststempeln von 1880 bis 1925 Der ursprünglich griechische Name der Stadt, Byzantion, ist möglicherweise

    thrakischer Herkunft. Er wurde im Altertum auf den legendären Gründer der Stadt, Byzas, zurückgeführt. Zu Ehren des römischen Kaisers Constantinus, der Byzantion

    zu seiner Residenz ausbauen ließ, wurde die Stadt 330 n.Chr. in Constantinopolis

    (latinisiert, griech. Κωνσταντινούπολις – Konstantinoupolis, „Stadt des Constantin“)

    umbenannt. Auf Constantinopolis gehen die deutsche Form Konstantinopel und

    zahlreiche weitere Namensformen zurück. Auf Arabisch wurde Konstantinopel al-

    Qustantīniyya ( ةينيطنط(:?ا ) genannt, im Armenischen Gostantnubolis und im

    Hebräischen Kuschta ( אטשוק ). Für die slawischen Völker (Russen, Serben, Kroaten,

    Slowenen und Bulgaren) hieß die Stadt Carigrad bzw. Caringrad (Stadt des Zaren

    bzw. Kaisers).

    Bis 1930 gab es keine fortdauernde und eindeutige, offizielle Namensform. In osmanischen Urkunden, Inschriften etc. wurde die Stadt in der Regel mit ihrer vom Arabischen abgeleiteten Namensform Kostantiniyye ( هينيطنط(ق ) bezeichnet. Man

    findet aber auch şehir-i azima (türk. = die großartige Stadt), die französisierten

    Formen Constantinople und Stamboul sowie zusätzlich die Beinamen der-i saadet

    ( تد!,سراد = Haus der Glückseligkeit; auch in der Form südde-i saadet), der-i âliye

    ( هي?!عراد = Hohes Haus oder Hohe Pforte, abgeleitet von bâb-i-âlîی?!ع ب!(, , was

    aber auch die osmanische Regierung oder das gesamte Reich meinen konnte; auch

in den Formen darü's-saltanat-ı aliyye, asitane-i aliyye und darü'l-hilafetü 'l aliye) und

    pâyitaht (pers. ثخ~?!پ = Ehrenvoller Thron im Sinne von Residenz). Daneben gab es

    noch die Namensformen mahrusa-i saltanat und dergâh-ı mualla.

     [2]Der Name Islambol ( لو;م?سإ geschrieben Islambul) auf einer Münze von 1203 H.

Aus dem Feldzugstagebuch Süleyman I., 1521:

    „... und fuhr nach der Stadt Istanbul ab ...“ (Hervorhebung ediert 2007)

    Die Namensform Islambol ( لو;م?سإ geschrieben Islambul) entstand nach 1453 und

    wurde hauptsächlich im religiösen Umfeld verwendet. Im 18. Jahrhundert wurde sie von einigen Sultanen bevorzugt. In dieser Zeit wurde Islambul als Name der

    Münzstätte am Tavşan taşı auf Münzen geprägt. Islambol wurde volksetymologisch

    gedeutet als Islami bol (olan) (yer) (Ort), dessen Islam reichlich (ist).

    Im türkischen Dialekt der Stadt hatte sich die Namensform Istanbul ( لو;ن~سا , auch

    Istambul, Stambul) herausgebildet, die schon in seldschukischer Zeit Verwendung fand und später durch osmanische und westeuropäische Aufzeichnungen für das 16. Jahrhundert belegt ist. Während mit Konstantinopel meist die gesamte Stadt samt

    einigen Stadtteilen nördlich des Goldenen Horns und jenseits des Bosporus gemeint war, kennzeichnete der Name Istanbul eher die alte Stadt auf der Halbinsel zwischen Marmarameer, Bosporus und Goldenem Horn, die nach Westen durch die Landmauer abgeschlossen wurde.

    Bei Istanbul handelt es sich möglicherweise um die türkische Abwandlung des griechischen ες τν πόλιν, eher aber ες τν πόλιν („in die Stadt“), nach griechischer

    Aussprache seit byzantinischer Zeit etwa istimbólin. Diese Deutung erscheint

    sinnfällig, da man in der Spätantike und im frühen Mittelalter im Oströmischen Reich von Konstantinopel sprach, wenn man umgangssprachlich „die Stadt“ sagte, da sie mit ihren fünfhunderttausend Einwohnern und ihren mächtigen Mauern mit keiner anderen Stadt im weiten Umkreis verglichen werden konnte. Wie das antike Rom war sie ein Musterbeispiel einer Stadt, sie war das wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum. Konstantinopel galt wie vormals Rom als Zentrum der Welt. Reich wie Hauptstadt brauchten daher eigentlich keinen Namen, da sie einzig waren

    (der Kaiser sah sich nicht als Kaiser von Byzanz oder Konstantinopel, sondern als Kaiser „urbis et orbis“).

    1930, in der Frühzeit der Republik, wurde İstanbul zum offiziellen Namen der

    gesamten Stadt. Da die Stadt in osmanischen Schriften und im türkischen Volksmund schon seit langem im engeren Sinn so genannt wurde, war dies eigentlich keine Neubenennung. In den meisten europäischen Ländern (außer z. B. Griechenland) verdrängte die Bezeichnung Istanbul allmählich die Bezeichnung Konstantinopel bzw. deren Varianten.

    Religionen

    Überblick

Die Yeni Valide Camii am Goldenen Horn

    Das Stadtbild Istanbuls wird durch christliche und islamische Sakralbauten geprägt. In einigen Stadtteilen, wie zum Beispiel in Kuzguncuk, sind die Einrichtungen

    verschiedener Religionen dicht benachbart. Der weitaus größte Teil der Bevölkerung bekennt sich zum Islam. Bedeutende religiöse Minderheiten sind die griechisch-

    orthodoxen Christen, die armenischen Christen und die sephardischen Juden.

    Die Stadt ist Sitz des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, dem unter

    anderem einige orthodoxe Kirchen in der heutigen Türkei unterstehen und der darüber hinaus den Ehrenvorrang über alle orthodoxen Kirchen genießt. Weiterhin

    residieren hier ein armenischer Erzbischof und der türkische Oberrabbiner.

    Muslime

    Mevlevi-Derwische in Istanbul als touristische Attraktion, April 2006 Muslime unterschiedlicher Glaubensrichtungen bilden die größte Religionsgruppe in Istanbul. Die meisten Muslime der Stadt sind Sunniten. Circa 15 bis 30 Prozent

    zählen sich zu den Aleviten.

    Am 2. September 1925 verbot Kemal Atatürk die damals zahlreichen und

    mitgliederstarken Derwisch-Orden (Tariqas). Die meisten Anhänger des Sufismus,

    der islamischen Mystik, agierten anschließend im Geheimen, manche von ihnen haben noch in heutiger Zeit eine große Anhängerschaft. Um dem noch immer gültigen Verbot zu entgehen, treten diese aber meist als sogenannte „Kulturvereine“ auf.

    Christen

    Die Stadt ist der traditionelle Sitz des ökumenischen Patriarchen, der als "primus

    inter pares" als oberster Repräsentant der orthodoxen Kirchen fungiert, der Sitz eines armenischen Patriarchen, des Erzbischofs der syrisch-orthodoxen (aramäischen)

    Gemeinde sowie auch eines apostolischen Vikars der römisch-katholischen Kirche.

    Die Zahl der Armenier in Istanbul beläuft sich heute auf etwa 60.000, die der [3]Griechen auf 2500. Neben den Levantinern gibt es je eine deutsche evangelische

    und katholische Kirchengemeinde, sowie um das St. Georgs-Kolleg eine

    österreichische katholische Gemeinde.

    Juden

    Die sephardischen türkischen Juden leben in der Stadt seit über 500 Jahren. Sie flohen im Jahre 1492 von der iberischen Halbinsel, als sie nach dem Untergang des

    maurischen Reiches gezwungen werden sollten, zum Christentum überzutreten. Der damals herrschende Sultan Beyazit II. (14811512) schickte einen großen Teil der

    osmanischen Flotte nach Spanien, um die sephardischen Juden zu retten. Mehr als 200.000 von ihnen, die sich nicht zum Christentum bekehren lassen wollten, flüchteten zunächst nach Tanger, Algier, Genua und Marseille, später nach Saloniki

    und schließlich auch nach Istanbul. Der Sultan gewährte damals über 50.000 dieser spanischen Juden Zuflucht im osmanischen Reich. In Istanbul sind die sephardischen Juden bis heute geblieben. Ihre Zahl wird auf etwa 20.000 geschätzt.

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